Getränke im Kino: Sauteuer oder picksüß

Kommentar von KONSUMENT-Redakteurin E. Spanlang

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KONSUMENT 4/2014 veröffentlicht: 27.03.2014

Inhalt

Getränke im Kino. Wer ärgert sich da nicht über den Preis und die Qualität? - Ein "Aufgespießt" von KONSUMENT-Redakteurin Elisabeth Spanlang.

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KONSUMENT-
Redakteurin
Elisabeth Spanlang

Wer oft und gerne ins Kino geht, ärgert sich regelmäßig – über die Getränkepreise. Besonders dann, wenn er keinen klebrigen, süßen Softdrink, sondern nur schlichtes Mineralwasser möchte. Gibt es einen Automaten, kommt man etwas billiger davon; muss man zum Buffet, wird es richtig teuer.

Buffetpreise um ein Vielfaches höher als Automatenpreise

Für eine kleine Flasche Römerquelle, 0,5 Liter für den kleinen Durst, werden beim Automaten rund 2,50 Euro fällig, wie wir bei unserer Preiserhebung in allen besuchten Kinos feststellen mussten. An der Theke zahlten wir für dieselbe Flasche sogar 3,50 Euro. (Das sind in alter Währung 50 Schilling für einen halben Liter Wasser!) Im Supermarkt werden für dieselbe Menge weniger als 0,50 Euro verlangt. Natürlich kalkuliert eine Lebensmittelkette anders als ein Kino, aber solche Preisaufschläge von mehreren Hundert Prozent grenzen an Raubrittertum.

Softdrinks nicht unbedingt teuerer als Wasser

Und was kostet eigentlich ein Softdrink? Sicher viel mehr als ein einfaches Mineralwasser, oder? Nicht unbedingt! Am Automaten gibt es die picksüßen Limonaden um etwas mehr als drei Euro pro halbem Liter zu kaufen. Das ist in etwa das Dreifache des Supermarkt-Preises. An der Theke kostet dieselbe Menge zwischen 3,10 und 3,70 Euro, ist also billiger bzw. nur unwesentlich teurer als Wasser.

Skandalös: Riesenbecher Cola billiger als Mineralwasser

Echt krass wird es, wenn man das Getränkeangebot der Kinos auf Liter umrechnet. Bis zu 7 Euro pro Liter blecht, wer sich im Kino für Mineralwasser entscheidet. Ein Liter Cola ist dagegen schon für 3,60 Euro zu haben! Vorraussetzung dafür ist, man nimmt den Softdrink in der Eimergröße von 1,5 Litern. Ein Horrorfilm ist nichts gegen diese Art von Preispolitik. Vom Gesundheitsaspekt ganz zu schweigen. Denn eine Limonade, die hauptsächlich aus einem Berg Würfelzucker und etwas Farbe besteht, in einem Riesenbecher viel billiger zu verkaufen als ein Mineralwasser, ist nicht nur eine Gemeinheit, sondern auch schwachsinnig!


Lesen Sie dazu auch unseren Test: Kino-Popkorn (Wien + Tirol) 4/2014.

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Kommentare

  • Verbot von mitgenommenen Getränken und Speisen
    von Cuchulainn am 27.04.2014 um 23:27
    Zumindest in der grössten Kinokette Österreichs ist an den Sälen ein diesbezüglicher Hinweis ausgeschildert. Nur hauseigene Produkte dürfen in den Saal mitgeführt werden.
  • Getränk von zu Hause mitnehmen
    von Dani22 am 31.03.2014 um 08:25
    Und genau aus diesen Gründen nehme ich mir mein (gesundes, nicht gesüßtes) Getränk immer von zu Hause mit. Wir Frauen haben es ja gut: Wir packen das Getränk einfach in die Handtasche und schmuggeln es so ins Kino. Bei den Männern schaut es vermutlich doch etwas merkwürdig aus, wenn sie mit einer Wasserflasche in der Hand ins Kino gehen. Wobei... ein Verbot diesbezüglich gibt es meines Wissens nicht.
Bild: VKI