Herkunft von Obst und Gemüse

Nahversorger bevorzugt

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Konsument 5/2009 veröffentlicht: 08.05.2009

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Ganzjährig frischer Schnittlauch gewünscht

Eines ist sicher: Der Konsument möchte frischen Schnittlauch ganzjährig haben. Treibhausschnittlauch aus Österreich verursacht im Energieaufwand ein Vielfaches dessen, was indischer Schnittlauch verbraucht. Beim von uns importierten Schnittlauch aus Indien handelt es sich um biologische Freilandware aus dem Anbaugebiet der subtropischen Zone (Bangalore), die innerhalb kürzester Zeit als Beiladung im Passagierflugzeug mit einmaligem Umladen nach Wien gelangt, hier verzollt wird und nach Pflanzenschutzbeschau mit einem Sammeltransport an die Endverteiler gelangt. Nachfrage besteht im Wintertrimester, im Zeitraum etwa Ende November bis Ostern, dann ist heimische Ware in ausreichend guter Qualität zu billigen Preisen wieder verfügbar. Die Menge, die wöchentlich nach Österreich gelangt, übersteigt eine halbe Tonne nicht.

Die Produktion bietet nicht nur einen Beitrag zum Broterwerb der in der Landwirtschaft tätigen Bevölkerung, sondern auch ein Einkommen für eine Reihe anderer Menschen im Ursprungsland. Auch diese Menschen wollen Fernseher, Handys, ein Auto, medizinische Artikel oder Parfümeriewaren für den täglichen Gebrauch erwerben. Wollen wir lieber Geld für Entwicklungshilfe und Lebensmittel dorthin schicken, damit sie von uns abhängig bleiben? Wenn wir nur von den Produkten leben, die bei uns wachsen, kämen (anhand der von Ihnen aufgelisteten 48 Produkte) genau einmal 8 davon im fraglichen Zeitpunkt auf den Speiseplan. Und was Ihr Artikel vornehm verschweigt, ist, dass sich Apfelproduzenten aus der Steiermark derzeit intensiv um den Export steirischer Äpfel nach Indien bemühen.

Avieko Handels GmbH
Wien

Sutterlüty Märkte empfehlenswert

Hoffentlich öffnet dieser Bericht vielen Menschen endlich die Augen. In Vorarlberg gibt es die Sutterlüty Märkte, die heimische Waren, besonders aus dem Ländle und dem Bodenseeraum, extra im Angebot hervorheben. Hier gibt es fast alles mit kürzesten Transportstrecken und aus biologischem Anbau. Da sind die Überseewaren schon bald Nischenprodukte. Außerdem beziehen wir vom Frühjahr bis in den Herbst wöchentlich einen Gemüsekorb von einem Biobauern aus unserer Gemeinde.

Peter Meusburger
Wolfurt

Augenmerk auf regionale Ware legen

Mir ist bereits seit langer Zeit ein Rätsel, warum fast überall nur mehr Knoblauch aus China (aber auch Sonnenblumenkerne, sogar im Bio-Sortiment!) angeboten wird. Genauso wie Obst und Gemüse aus Spanien oder frische(?) Kräuter aus Südafrika lasse ich diese Dinge lieber im Regal und greife zu Alternativen. Bin zum Glück in der Lage, nicht abgehetzt kurz vor Geschäftsschluss einkaufen zu müssen, achte deshalb sehr auf die (möglichst regionale) Herkunft der Ware, brauche keine Erdbeeren oder Trauben außerhalb der Saison (da teuer und obendrein geschmacklos). Es ist letztendlich Sache jedes einzelnen Konsumenten, die heimischen Produzenten zu stärken. Ware, die im Regal liegen bleibt, wird somit nicht mehr geordert und angeboten, Globalisierung hin oder her.

Marlene Kaltenbacher
E-Mail

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