Kürbiskernöl: Herkunft kennzeichnen

Kommentar von KONSUMENT-Redakteurin Elisabeth Spanlang

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KONSUMENT 6/2012 veröffentlicht: 18.05.2012

Inhalt

Kürbiskernöl: Tarnen und Täuschen statt Transparenz - wo China drin ist, muss auch China draufstehen. - Ein "Aufgespießt" von KONSUMENT-Redakteurin Elisabeth Spanlang.

KONSUMENT-Redakteurin Elisabeth Spanlang (Foto: VKI/Wilke) 
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Elisabeth Spanlang

Wer im Supermarkt vor dem Regal mit Kernöl steht, kann sich kaum retten vor leuchtenden Kürbissen und blumigen Formulierungen. Ziel ist, dem Kunden zu vermitteln, dass das Kürbiskernöl seiner Wahl wenn schon nicht direkt aus der Steiermark, dann zumindest aus Österreich kommt (siehe Bild unten). Suggestion statt Argumentation, lautet hier die Devise.

Etiketten verschweigen mehr als sie sagen

In Wahrheit verschweigen die Etiketten mehr als sie sagen. Woher die Kürbiskerne fürs Öl tatsächlich kommen, ist nur auf den wenigsten Flaschen zu finden. Mit gutem Grund, wie die Ergebnisse unseres aktuellen Kürbiskernöl-Tests zeigen. Von Made in China bis zu Mischungen ist vieles möglich.

Wo China drin ist, muss auch China draufstehen

Soll uns recht sein, solange der Konsument genau informiert wird, woher das Kürbiskernöl kommt. Dann kann er selbst entscheiden, wofür er sein Geld ausgeben möchte. Einen auf steirisch machen und in Wahrheit etwas ganz anderes abfüllen, das kann nicht sein. Wo China drin ist, muss auch China draufstehen. Ganz einfach.

Kürbiskernöl im KONSUMENT-Test: 1. Pressung aus Österreich. Und woher kommen die Kerne? (Bild: VKI/K.Schreiner)  

Kürbiskernöl im KONSUMENT-Test: In steirischer Tradition ... Aber woher kommen die Kerne? (Bild: VKI/K.Schreiner) 

 

 

Auf dem Etikett liest man:
„Zum Verfeinern von Salaten, Vorspeisen, Gemüse- und Fleischgerichten. In steirischer Tradition wird Kürbiskernöl zu Pellkartoffeln und Quark gereicht.“

Wo das Öl gepresst wurde und was dazu gegessen wird, erfährt man; wo die Kerne herkommen dagegen nicht.

Noch dürfen sich die Hersteller über die Herkunft der Rohware ausschweigen. Lediglich bei g.g.A.-Ölen müssen sie Farbe bekennen. Und nach dem Buchstaben des Gesetzes dürfen auch die Flaschenetiketten nicht irreführend sein.

Tarnen und Täuschen statt Transparenz

Diese offensichtliche Kennzeichnungslücke in Sachen Herkunft gehört schleunigst geschlossen! Tarnen und Täuschen statt Transparenz war lange genug auf der Tagesordnung. Damit muss endlich Schluss sein. Genau genommen sind derzeit nicht nur gutgläubige Kunden die Angeschmierten, sondern auch diejenigen Produzenten, die sauber arbeiten, anstatt zu tricksen. Branchenintern ist längst bekannt, wer mit riesigen Mengen und zweifelhaften Methoden viel Geld macht. Höchste Zeit, bei Gelegenheit auch in den eigenen Reihen für Sauberkeit zu sorgen.

Bewertung

Wertung: 4 von 5 Sternen
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Kommentare

  • g.g.A
    von REDAKTION am 31.05.2012 um 15:21
    Auch wir waren fassungslos, dass selbst auf dieses Siegel nicht immer Verlass ist. Die betroffenen akkreditierten Anstalten SGS und Lacon, die die Öle geprüft haben, arbeiten mit unterschiedlichen Methoden. Beide Institute gehen inzwischen den Vorwürfen nach. Ihr Konsument-Redaktionsteam
  • steirisches g.g.A-Siegel
    von rmueller am 25.05.2012 um 11:12
    Ich war bisher überzeugt, dass ich diesem Siegel vertrauen kann. Jetzt frage ich mich (Sie): Wer kontrolliert die g.g.A-Kontrollore? Robert Müller (41 Jahre Einkaufschef bei SPAR-Steiermark)
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