Lebensmittel von Landena

Kettenbrief kursiert

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veröffentlicht: 01.02.2011

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Derzeit kursieren Mails zur Landena Wels KG. Es geht darum, mit Landena-Lebensmitteln österreichische Qualität zu kaufen und einen ländlichen Betrieb zu unterstützen. Das Ganze dürfte eine geschickte Werbeaktion sein.

In letzter Zeit haben uns etliche KONSUMENT-Leser kontaktiert, die Mails mit einer Produktinformation rund um Packerlsuppen und ähnliche Produkte erhalten haben. Im Betreff ist zu lesen: „Unterstützung für österreichische Produkte“ oder „Landena kaufen statt Knorr und Maggi“. In dem Schreiben heißt es: „Das Knorr-Werk in Wels sollte geschlossen werden, wurde aber rechtzeitig von einer Bauerngenossenschaft in der Nordsteiermark gekauft und firmiert nun als Landena.“ Und weiter: „Landena gehört nun 2.000 steirischen Bauern.“ Auch Supermärkte, die Landena-Produkte in der „alten Knorr-Qualität“ verkaufen, werden angeführt.

Landena-Produkt im KONSUMENT-Lebensmittelcheck

Das Schreiben erläutert, dass etwa Landena Packerlsuppen und andere Lebensmittel mit sehr guter, weil österreichischer Qualität hergestellt werden. Auf der anderen Seite wirft das Mail dem Unilever-Konzern, zu dessen Produktpalette Knorr heute gehört, vor mit billigen Grundstoffen in Polen zu produzieren.

Eine Packerlsuppe von Landena, das Produkt „gut vom Land“ haben wir uns im Herbst des vergangenen Jahres im Rahmen unserer Rubrik „Lebensmittel-Check “ angesehen. Es handelt sich dabei um eine Nudelsuppe, die durch die Verpackung den Anschein erweckt, sie käme direkt vom Land. In Wahrheit ist sie, wie jede Instantsuppe, ein reines Industrieprodukt.

Werbeaktion

Zahlreiche Empfänger hat dieses Mail verunsichert. Naturgemäß begrüßen viele Konsumenten das Unterstützen österreichischer Qualität. Aber auch die Frage, ob nicht eine geschickte Werbeaktion hinter den Mails steckt, tauchte auf. Tatsächlich dürfte es sich um einen Kettenbrief handeln, der wohl eine teure Werbekampagne ersetzt.

Kein Kleinbetrieb

Die Landena Wels KG gehört zur Landgenossenschaft Ennstal (LGE). Dabei handelt es sich aber nicht wie in den E-Mails dargestellt um einen Zusammenschluss von unterstützenswerten Bauern oder um einen vermeintlichen Kleinbetrieb. Immerhin hatte die Landgenossenschaft Ennstal 2009 einen Umsatz von 261 Millionen Euro zu verzeichnen und beschäftigt 1.184 Mitarbeiter.

Breite Produktpalette

Anders als die versendeten E-Mails vermuten lassen, liegt der Schwerpunkt des Geschäftsbereichs dieser Firma nicht ausschließlich im Bereich der Nahrungsmittelerzeugung. Das Angebot umfasst über die Tochterfirma Landmarkt KG Baustoffe, Waschmaschinen und Kleidung ebenso wie Supermärkte, Landmaschinenwerkstätten und auch ein Autohaus.

Kein besonderes Engagement

Für die Region Ennstal ist es selbstverständlich positiv, dass die Wertschöpfung in der Region verbleibt. Immerhin ist die Firma LGE der größte Arbeitgeber im Bezirk Liezen. Das ist für die Erhaltung der Arbeitsplätze erfreulich. Mehr ist es aber nicht. Ein Hinweis für besonderes ökologisches oder soziales Engagement lässt sich nicht feststellen.

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