Lebensmittelimitate (Kommentar)

Das große Sodbrennen

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Konsument 10/2009 veröffentlicht: 21.09.2009

Inhalt

Kunstkäse und Schummelschinken sind nur die Spitze des Eisbergs. - "Kunde König": ein satirischer Kommentar zum Thema Lebensmittelimitate von Alois Grasböck.

Bild: VKIBei allem Entsetzen über Kunstkäse und Schummelschinken, die Diskussion hat auch etwas Gutes! Endlich werden die Menschen hellhörig, wenn’s ums Essen geht. Wir rechnen mit einer Skandalwelle ungeheuren Ausmaßes, unter anderem mit folgenden Beispielen:

  • Wien. Der Schüler Markus G. deckt auf, dass sein Butterbrot in Wahrheit mit Margarine bestrichen ist. Die Mama kommt mit der billigen Ausrede, sie habe ja nur das Beste gewollt, aber das sagen alle, die erwischt werden. Noch werden Stimmen laut, dass die jungen Rotzlöffel gefälligst essen sollen, was auf den Tisch kommt, doch bald ändert sich das Meinungsklima gewaltig.
  • Linz. Lautes Schimpfen in einem Supermarkt lässt die Leute zusammenrennen. Als klar wird, was die Kundin Ilse K. soeben herausgefunden hat, gefriert ihnen das Blut in den Magenwänden: Die Pizza „Die Ofenfrische“ kommt gar nicht frisch aus dem Ofen, sondern aus der Tiefkühltruhe! Eine Kommission soll nun klären, warum das jahrelang unentdeckt bleiben konnte.
  • Innsbruck. Der Frührentner Vinzenz T. bringt einen Mega-Skandal ins Rollen, indem er eine soeben erworbene Steinpilzsuppe genauer betrachtet. Misstrauisch geworden durch den Umstand, dass die Suppe nicht flüssig ist, kommt er drauf, dass es sich in Wahrheit um eine Art Pulver mit pilzähnlichen Atomen handelt. Da er als Schwammerlsucher genau weiß, wie ein Steinpilz ausschaut, wird ihm klar, dass da etwas nicht stimmen kann. Zwei Tage später löst die Schlagzeile „90 Prozent aller Rindsuppen werden aus Würfeln gemacht, über die man nichts Genaues weiß“ ein landesweites Sodbrennen aus.

Experten rechnen damit, dass in den Ernährungsgewohnheiten keine Kalorie auf der anderen bleiben wird.

 
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