Lebensmittelkennzeichnung

Noch immer auf Rot

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KONSUMENT 8/2014 veröffentlicht: 24.07.2014, aktualisiert: 25.09.2014

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Die Ampelkennzeichnung ist klar und verständlich. Trotzdem mauert die Industrie bei uns seit Jahren gegen dieses einfache Farbleitsystem. Nicht so in Großbritannien.

Großbritannien als Vorreiter

Im Königreich von Queen Elizabeth sollte man leben. Dort gibt es längst eine selbst­erklärende Kennzeichnung von Lebensmitteln. Was an Nährstoffen in einem Produkt steckt, lässt sich in Great Britain durch ein simples Farbleitsystem auf einen Blick er­kennen. Fett, gesättigte Fettsäuren, Salz und Zucker werden bewertet: Grün bedeutet ­einen niedrigen Gehalt, Gelb einen mittleren und Rot einen hohen Gehalt des jeweiligen Nährstoffs.

Lebensmittelampel in Großbritannien (Bild: Screenshot/VKI)  

Wer es ganz genau wissen will, findet auch noch die jeweiligen Gramm­angaben zu Fett & Co. Einmal Hinschauen und für den Kunden ist alles klar. Steht die Ampel bei einigen Inhaltstoffen auf Rot, weiß er, dass er bei diesem Produkt eher selten zugreifen und nur kleinere Portionen davon verspeisen sollte.

Von Verbrauchern am besten verstanden

Das Kennzeichnungsmodell ist wissenschaftlich gut abgesichert. Von allen getesteten Möglichkeiten erwiesen sich die Verkehrsampel und ähnliche farblich codierte Kennzeichnungen für die Hauptnährstoffe als jene Variante, die von den meisten befragten Verbrauchern am besten verstanden wurde. Weiterer Vorteil: Durch die Farbcodierung lassen sich ähnliche Produkte schnell und einfach vergleichen.

Lange wollte die Lebensmittelindustrie nichts von dieser praktischen Orientierungshilfe für Konsumenten wissen. Sie sei irre­führend und würde von den Kunden miss­verstanden, so die Argumente der Gegner. Die Einteilung in gute (grüne) und schlechte (rote) Produkte sei ungeeignet. Außerdem hätten in Rahmen einer ausgewogenen ­Ernährung alle Lebensmittel ihren Platz, nicht bloß bestimmte.

Später Durchbruch

Auch in Großbritannien ging es mit der Einführung der Ampelkennzeichnung lange nur zäh voran. Erst im Sommer vorigen Jahres gelang der Durchbruch, als die Briten es schafften, einige der ganz großen Player im Lebensmittelgeschäft wie PepsiCo, Nestlé, Mars und Premier Food ins Boot zu holen. Inzwischen findet sich auf mehr als der Hälfte der verpackten Lebensmittel in britischen Supermärkten die Ampel auf der Vorderseite der Verpackung.

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Kommentare

  • Warum nur in GB?
    von SolariX21 am 12.08.2014 um 06:31
    In GB geht das, im restlichen EU-Raum offenbar nicht, ist auch nicht angedacht. Da darf sich niemand wundern, wenn die EU-Kritiker und EU-Skeptiker mehr werden. Denn obwohl in der EU daran gearbeitet wird, alles zu Vereinheitlichen und zu Reglementieren, ist sie bei solch meines Erachtens einfachen Themen überfordert, nicht zuständig, oder was auch immer.
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