Lebensmittelkontrolle

Grob sinnliche Voruntersuchung

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Konsument 4/2000 veröffentlicht: 01.04.2000

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Provisorien leben hier zu Lande am längsten. Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges gibt es das Wiener Wurstparlament. Ohne Verfassungsgesetz zu seiner Legitimation, die Mitglieder des Hohen Wurstrats werden auch nicht vom Volk gewählt. Ihre Qualifikation: feine Nase und sensibler Gaumen.

Es hat alles, was ein richtiges Parlament braucht: einen Parlamentspräsidenten, Abgeordnete mit Sitz und Stimme und eine fixe Tagesordnung. Das Ambiente allerdings ist etwas anders als im Hohen Haus: ein Raum in einem Amtsgebäude, in dem weiße Resopaltische zu einer Tafel zusammengestellt wurden, davor schlichte, graue Plastikstühle. Die Arbeitskleidung ist nicht der Nadelstreif, sondern der weiße Mantel. Und noch einen wesentlichen Unterschied gibt es: Bei der Sitzung, die „Konsument“ als Parlamentskiebitz verfolgen durfte, waren die Frauen in der Überzahl.

Wohl des Volkes

Wie im richtigen Parlament, geht es auch hier um das Wohl des Volkes. Ohne Fraktionszwang ist die Stimmung locker, obwohl es in jeder Sitzung um die Wurst geht: von der Blutwurst über die doppelt geräucherte Dürre, bis zur italienischen Salami. Im Wurstparlament werden Würste verkostet, damit Gaumen und Magen der Verbraucher unbeschadet bleiben.

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Bild: VKI