Lebkuchen im Test

Alarmsignal für Österrreich

Seite 1 von 9

Nächsten Inhalt anzeigen
Konsument 12/2008 veröffentlicht: 11.11.2008, aktualisiert: 03.12.2008

Inhalt

  • Lebkuchen aus dem Supermarkt auf Schadstoffe untersucht
  • Hohe Acrylamidwerte bei Manner und Kastner
  • In Deutschland gibt es dafür einen Signalwert

Hochsaison für Lebkuchen

In den Geschäften werden Lebkuchen zurzeit in allen möglichen Varianten prominent platziert angeboten, und bei Adventjausen gelten die würzigsüßen Köstlichkeiten als Fixstarter neben Stollen, Kipferln & Co. Lebkuchen sind eine der vielen verführerischen Kalorienfallen, die sich von Adventbeginn bis zum Neujahrstag – quasi zwischen Punschstand und Neujahrsbrunch – auftun.

Schadstoff Acrylamid

Allzu hemmungslos sollten Sie allerdings nicht zulangen, da Lebkuchen zu jenen Lebensmitteln zählen, die stärker mit gesundheitsschädlichem Acrylamid belastet sein können. Acrylamid ist an sich eine Substanz zur Erzeugung von Kunststoffen. Es entsteht aber auch bei starker Erhitzung kohlenhydratreicher Lebensmittel wie Getreide oder Kartoffeln als Nebenprodukt der Bräunung.

Acrylamid hat sich im Tierversuch als krebserregend und das Erbgut verändernd erwiesen. Darüber hinaus steht es unter Verdacht, Nervenzellen zu schädigen. Ein Grenzwert für Acrylamid in Nahrungsmitteln konnte bislang nicht festgelegt werden, weil es derzeit noch zu wenige einschlägige Daten gibt. Bis es so weit ist, gilt: Wie von allen anderen gesundheitsschädlichen Stoffen sollte auch von Acrylamid so wenig wie möglich aufgenommen werden.

Warnsystem Signalwert

In Deutschland wurde 2002 mit dem Ziel, den Acrylamidgehalt in Lebensmitteln zu minimieren, ein Signalwertsystem eingeführt. Die Signalwerte sind je nach Nahrungsmittelgruppe unterschiedlich und zudem variabel. 1000 Mikrogramm (μg) Acrylamid pro Kilogramm Lebensmittel gelten aber generell als höchster Signalwert. Überschreitet ein Nahrungsmittel den aktuellen Signalwert seiner Gruppe, suchen die Lebensmittelüberwachungsbehörden gemeinsam mit den Herstellern nach Lösungen zur Senkung des Acrylamidgehalts (Änderung der Rezeptur wie z.B. Verzicht auf Hirschhornsalz bei Lebkuchen, Änderung des Herstellungsverfahrens).

Dieses Konzept hat sich bewährt. Während der letzten Jahre konnte der Acrylamidgehalt und in weiterer Konsequenz auch der Signalwert einiger Produktgruppen deutlich gesenkt werden. Lebkuchen zählt nicht dazu: Für ihn liegt der Signalwert nach wie vor bei 1000 μg/kg.

Bewertung

Wertung: 3 von 5 Sternen
1 Stimme
Weiterlesen
Bild: VKI