Luxus

Das Problem mit dem Zuviel

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KONSUMENT 9/2014 veröffentlicht: 28.08.2014

Inhalt

Sollte zufällig jemand nach einer Gelegenheit suchen, auf die Knie zu sinken und seinem gnädigen Schicksal zu danken, hätten wir einen Vorschlag. Freuen Sie sich darüber, dass das Hauptproblem beim Essen in unserer Weltgegend das „Zuviel“ ist. - "Kunde König“, ein satirischer Kommentar von Alois Grasböck.

KONSUMENT-Kolumnist Alois Grasböck 
Alois Grasböck

Und wenn Sie wieder aufstehen wollen und bemerken, dass Sie das ohne Hilfe nicht schaffen, hat Sie das „Zuviel“ vielleicht zu schwerfällig gemacht. Das kann die Freude trüben, aber noch schlimmer wär‘s, läge das an Unterernährung und Entkräftung.

Ungesättigt ist doch gesund, oder?

Keine Angst, das wird keine Weltverbesserer-Geschichte, die bei einer vollen Schüssel die hungernden Kinder beklagt. So etwas verdirbt vielen höchstens den Appetit aufs Lesen. Aber ein Glück ist es schon, wenn man in Hungergebieten unser Fernsehen nicht sieht. Vor allem nicht Sendungen, in denen um die Wette gefressen wird, bis den Leuten schlecht wird. Oder dass wir bei „ungesättigt“ nicht an einen leeren Magen, sondern an gesunde Fettsäuren denken.

Modewelt gegen Nahrungsbranche

Immerhin hat man in der Überfluss-Welt das Problem mit dem „Zuviel“ schon vor vielen Jahren erkannt. Es wäre leicht, daraus eine Verschwörungstheorie zu basteln: Die Mode befiehlt schlanke Körper, während die Nahrungsbranche alles tut, um das Idealbild zu verhindern. So bleibt der gewinnbringende Kreislauf von Zunehmen und Abnehmen ewig erhalten.

Hallo Schwimmreifen

Verschwörung hin, Verschwörung her – zum Glück ist jeder seines Übergewichtes Schmied und kann etwas dagegen tun. Wer die versteckten Fette erst bemerkt, sobald sie als Schwimmreifen über den Gürtel hängen, hat bei der Information über gute Ernährung zu zaghaft zugegriffen. Manchen ist es auch schlicht egal.

Eltern haften für ihre Kinder

Oder die Eltern, die ihre Kleinen der Mutterbrust entwöhnen, indem sie mit ihnen zum Fastfood fahren und beim Einkauf auf jeden Werbegag hereinfallen. Wieso wundern sich die, wenn die Kinder einseitige Essgewohnheiten entwickeln?

Trotz allem: Ein Luxusproblem wie dieses ist besser als Hunger und Verzweiflung. Danke, Schicksal!


Lesen Sie auch unseren Test: Versteckte Fette 9/2014.

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