Marillen

Süß-sauer aus der Wachau

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Konsument 7/2000 veröffentlicht: 01.07.2000

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Die besten orangefarbenen Früchte kommen noch immer aus der Wachau.

Das ganze ist ein ungeheurer Garten“ meinte einstmals Hugo von Hofmannsthal über das Gebiet vor Wien. Tatsächlich stellt das Umfeld Wiens – und hier insbesondere die Wachau – in kulinarischer Hinsicht nach wie vor ein eigenes Universum dar. Was besonders auf den steilen Terrassen im Zusammenspiel von Urgesteinsböden, dem klimatischen Einfluss der Donau und des angrenzenden Waldviertels sowie der strengen Qualitätsorientierung der ansässigen Bauern wachsen darf, braucht keinen Vergleich zu scheuen. Dies gilt für die feinen Riesling- und Veltlinertrauben ebenso wie für die saftigen, besonders aromatischen, orangefarbenen Marillen.

Gesetzlich Geschützt

Heute setzen sich jedoch weniger Poeten als vielmehr Juristen mit den feinen Früchten auseinander. Zum einen war da der Beitritt Österreichs zur EU. Im Rahmen der Beitrittsverhandlungen wurde die typisch österreichische Bezeichnung Marille gegenüber der deutschen Aprikose durch ein Zusatzprotokoll zum österreichischen Beitrittsvertrag gerettet. Zum anderen wurde die Wachauer Marille in die EU-Liste der Produkte mit geschützter geografischer Abstammung (g.g.A.) aufgenommen, was bedeutet, dass diese Herkunftsbezeichnung nur für die Erzeugnisse dieser Region verwendet werden darf. Eine Auszeichnung, die in Österreich bisher nur einigen Käsesorten, dem Marchfelder Spargel und dem steirischen Kürbiskernöl zuteil wurde.

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