Mineralwasser im Test

Überflüssige Belastung

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Konsument 8/2009 veröffentlicht: 22.07.2009

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  • Mineralwasser auf Acetaldehyd untersucht
  • Kohlensäurehaltige Wässer aus PET-Flaschen waren belastet
  • Ob in Österreich abgefüllt oder importiert: Was bei uns als natürliches Mineralwasser angeboten wird, hat strengen Anforderungen zu entsprechen. Es muss aus einem unterirdischen, vor jeglicher Verunreinigung geschützten Wasservorkommen stammen, am Quellort abgefüllt und von natürlicher Reinheit sein sowie den strengen mikrobiologischen, chemischen und chemisch-physikalischen EU-Richtlinien entsprechen. Die positive Wirkung des Wassers auf den menschlichen Organismus muss bei einem Gehalt unter 1.000 Milligramm Mineralstoffe pro Liter durch ein ernährungs­physiologisches Gutachten belegt werden. Außerdem müssen die zuständigen Behörden das Wasser als natürliches Mineralwasser anerkennen. Natürliches Mineralwasser kann keine oder natürliche Kohlensäure enthalten bzw. mit Kohlensäure ­versetzt werden.

    In letzter Zeit ist Mineralwasser allerdings ins Gerede gekommen. In einer deutschen Untersuchung wurde festgestellt, dass bestimmte Mineralwässer hormonähnliche Substanzen enthalten. Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat diese Studienergebnisse bewertet, ist jedoch zum Schluss gekommen, dass die vorliegenden Daten für eine abschließende Beurteilung unzureichend sind und daher keinen Rückschluss auf eine Gesundheitsgefährdung zulassen.

    Stichwort Acetaldehyd

    Unbestritten ist hingegen, dass bei der Herstellung von PET-Flaschen (Flaschen aus Kunststoff) bzw. bei ihrer Lagerung als Abbauprodukt Acetaldehyd entstehen und in den Flascheninhalt übergehen kann. Ace­taldehyd riecht und schmeckt fruchtig-­aromatisch und ist in sogenanntem stillen Wasser bereits in sehr geringen Mengen (ab Konzentrationen von 10 Mikrogramm/Liter) wahrnehmbar. Stichwort „fruchtig-aromatisch“: Acetaldehyd kommt in Lebensmitteln auch natürlich vor.

    Aus Kunststoffen dürfen entsprechend den in der EU geltenden Vorschriften maximal 6 Milligramm (6.000 Mikrogramm) Acetaldehyd auf ein Kilo Lebensmittel übergehen. Bis zu diesem Wert werden gesundheitliche Beeinträchtigungen ausgeschlossen, heißt es vonseiten des BfR. Andererseits wurde Acetaldehyd von der EU auf die Liste der Substanzen mit Verdacht auf krebserregende Wirkung gesetzt.

    Wir wollten wissen, ob und wenn ja wie viel Acetaldehyd in natürlichem Mineralwasser steckt. Dafür kauften wir 35 Produkte mit und 17 ohne Kohlensäure in PET- sowie Glasflaschen ein und ließen sie im Labor untersuchen.

    Bei den stillen Mineralwässern hatten wir keinen Grund zur Beanstandung. Ihr Ace­taldehydgehalt lag bei allen Proben unter der Bestimmungsgrenze von 5 Mikrogramm/Liter, bei PET- genauso wie bei Glasflaschen.

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    Kommentare

    • Frankenmarkter
      von REDAKTION am 01.03.2012 um 15:32
      Für diesen Test haben wir 52 Mineralwässer untersucht. Leider ist es allein schon aus Platzgründen nicht möglich, den gesamten Markt abzubilden. Ihr Konsument-Redaktionsteam
    • Mineralwasser ohne Kohlensäure - Frankenmarkter fehlt
      von Mel am 29.02.2012 um 09:22
      Mir fehlt in der Liste "Mineralwasser mit Kohlensäure" das Frankenmarkter Mineralwasser. Da dieses einen sehr geringen Uran-Wert aufweist, würde ich es gerne für mein Baby als Trinkwasser bzw. zur Zubereitung von Babynahrung verwenden.
    • Mineralwasser in Glasflaschen
      von joxl am 26.11.2009 um 07:39
      In Tirol bei der Supermarktkette M-Preis habe ich beispielsweise kein Mineralwasser in Glasflaschen gefunden.
    • Glasflaschen: Von Filiale zu Filiale verschieden
      von REDAKTION am 20.11.2009 um 10:16
      Wir haben keine Listen, in welchen Geschäften Mineralwasser in Glasflaschen angeboten wird. Unsere Testabteilung berichtet, dass das Angebot von Filiale zu Filiale sehr unterschiedlich ist. Vielleicht können andere Abonnenten die Frage beantworten und hier Geschäfte nennen?
    • Mineralwasser in Glasflaschen
      von joxl am 20.11.2009 um 08:13
      Wo bitte findet man noch Mineralwasser in Glasflaschen - soweit ich es im Kopf habe bekommt man doch nur noch Mineralwasser in Kunststofflaschen.
    Bild: VKI