Nahrungsergänzungsmittel im Direktvertrieb

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KONSUMENT 2/2013 veröffentlicht: 24.01.2013

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Nahrungsergänzungsmittel sind fast immer überflüssig. Warum lassen sich mit ihnen trotzdem fette Geschäfte machen? Im Test: Wer verkauft diese Produkte und was bekommen die Kunden von Amway, FitLine, Herbalife und Juice Plus eigentlich für ihr Geld?

Nahrungsergänzungsmittel boomen (Bild: Comic von Rosch)  

Sie fühlen sich in letzter Zeit oft schlapp. Selbst wenn Sie in der Nacht gut geschlafen haben, kommen Sie am Morgen kaum aus dem Bett. Und schon am frühen Nachmittag überfällt Sie eine bleierne Müdigkeit. Sie ­suchen nach etwas, irgendeinem geeigneten Mittel, das Sie wieder auf Vordermann bringt. Eine Freundin erzählt Ihnen begeistert von einem Produkt, das ihr phänomenal gegen Alltagsunpässlichkeiten wie die Ihren hilft. Sie gehen im Internet auf die empfohlene Homepage und landen auf einer Seite, die Sie anspricht. Sie beschließen, die dort angebotene Beratung in Anspruch zu nehmen, und rufen an.

Amway, Herbalife, FitLine, Juice Plus: keine Arzneimittel

Wer am anderen Ende der Telefonleitung ­abhebt, ist ein Mitarbeiter einer Firma, die mit ausgeklügelten Marketing- und Verkaufsstrategien sogenannte Nahrungsergänzungsmittel (NEM) verkauft - etwa Amway, Herbalife, FitLine, Juice Plus. Unter einem Nahrungsergänzungsmittel versteht man Vitamine, Mineralstoffe bzw. Spurenenlemente in konzentrierter Form oder Kräuter- und Pflanzenextrakte, die als Kapseln, Pillen oder Säfte angeboten werden. NEM sind grundsätzlich Lebensmittel. Sie können eine breite Palette von Nähr­stoffen und anderen Zutaten enthalten. Sie sind keine Arzneimittel, auch wenn die ­Abgrenzung oft schwierig ist.

Wer braucht solche Präparate?

Die Antwort ist einfach: niemand, der sich halbwegs ­ausgewogen ernährt. Nur bei Personen in besonderen Lebenssituationen wie z.B. Schwangeren, chronisch Kranken oder Hochleis­tungssportlern kann die Einnahme von ­einzelnen konzentrierten Nährstoffen Sinn machen. Aber auch das nur unter fachlicher Aufsicht.

Pillen gegen schlechtes Gewissen

Doch obwohl der Großteil der Menschen hierzulande sehr gut ohne Nahrungsergänzungsmittel auskommt, sind sie alles andere als ­Ladenhüter. Die meisten wissen über eine gesunde Ernährung inzwischen Bescheid. Und dass Bewegung und Sport gegen viele Beschwerden hilft, ist auch längst kein Geheimnis mehr. Aber bei vielen ist zwar der Wille stark, doch das Fleisch schwach. Was bleibt, ist ein schlechtes Gewissen, gegen das schnell ein paar Nährstoffe in Pillenform eingeworfen werden. Aber auch Personen, die sich optimal ernähren, nehmen nach der Devise „man weiß ja nie“ bzw. „wenn’s nichts hilft, schadet’s auch nichts“ oft zusätzlich Nährstoffe ein.

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Wertung: 3 von 5 Sternen
98 Stimmen

Kommentare

  • Vemma
    von REDAKTION am 22.10.2013 um 10:52
    Wir haben uns jene Unternehmen angesehen, zu denen wir die meisten Zuschriften bzw. Anfragen von Konsumenten erhalten haben. Um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten, müssen unsere Tests ein einheitliches Szenario aufweisen. Da unsere Testpersonenen von Vemma auch nach mehrmaligem Nachfragen keine Antwort bekamen, mussten wir diesen Direktvertrieb ausscheiden. Wir nehmen Ihre Anregung aber gerne für einen weiteren Test auf. Ihr Konsument-Redaktionsteam
  • Hallo Liebes Konsument Team!
    von cortesa am 21.10.2013 um 10:04
    Wann testet ihr evtl. doch noch Vemma? Früher vor sicher 10 Jahren war Herbalife ein Thema. Zumindest in meinen Kreisen. Jetzt aufeinmal ist es Vemma? Die anderen Namen habe ich nicht mal gekannt. Also es wäre schön wenn ihr Vemma auch noch im Detail analysiert -). danke,
  • Bitte keine fremden Artikel in die Kommentare kopieren
    von REDAKTION am 25.06.2013 um 13:33

    An User kollero:

    Sie haben einen Artikel von netdoktor.de in das Kommentarfeld kopiert. Unser Anwalt sagt, dass das Hineinkopieren vollständiger anderer Artikel in unsere Website gegen das Urheberrrecht verstößt. Eigene Meinung ja, eigene Erfahrung ja, kurze Zitate aus anderen Artikeln ja, Link zu anderer Website ja, fremde Artikel in dieser Länge nein. Wenn Sie Artikel anderer Medien in unsere Seiten kopieren, können wir als Medieninhaber Probleme bekommen; daher haben wir Ihren Eintrag gekürzt - siehe unten.

    Unaufmerksame Leser und Suchmaschinen  würden so einen fremden Text außerdem als KONSUMENT-Text interpretieren. Diesen Eindruck wollen wir vermeiden. Wir bitten um Verständnis.

    Zum Inhaltlichen:

    Sie erweckten durch den einkopierten Artikel den Eindruck, als bräuchten ältere Menschen Nahrungsergänzungsmittel um Mangelernährung zu vermeiden. Wir von KONSUMENT sagen dazu: Mangel- und Fehlernährung bei alten Menschen ist tatsächlich ein gravierendes Problem. Die Gründe dafür sind vielfältig — fehlender Appetit, Geschmacksstörungen, schlecht sitzende Zahnprothesen, die das Kauen mühsam machen, Einsamkeit … Mit einer unkontrollierten Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln allein lässt sich eine unausgewogene Ernährungsweise aber ganz sicher nicht lösen.

    Ihr KONSUMENT-Team

  • Vitamin und Mineralstoffmangel
    von kollero am 23.06.2013 um 14:36

    Viele Senioren leiden unter Mangelernährung, berichtet netdoktor.de (15.12.2011). Zitat: "Dies beeinflusst die Behandlung der Haupterkrankung meist negativ und treibt auch die Kosten nach oben. Die Diagnose einer Mangelernährung verteuert einen Krankenhausfall im Durchschnitt um 3.000 Euro." Ende des Zitats. Was sagt man dazu?

    An dieser Stelle hat User kollero einen vollständigen Artikel der Onlineplattform netdoktor.de in das Kommentarfeld kopiert. Wir haben den Text am 25.6.2013 aus rechtlichen Gründen gekürzt; Details siehe oben.

    Ihr KONSUMENT-Team

  • Nahrungsergänzungen
    von Sandiger am 14.04.2013 um 12:23
    Sg Konsumentteam, bis vor einiger zeit hätte ich ihren artikel unterschrieben. seit ca. 2 jahren befasse ich mich aufgrund meiner allergie gegen pollen und katzenhaare auch mit alternativen methoden. zugegeben gibt es viel sinnloses am markt und für den otto normalverbraucher ist es schier unmöglich die spreu vom weizen zu trennen. verstehen sie mich bitte nicht falsch, ich vertreibe keinerlei nahrungsergänzungen sondern habe einfach das eine oder andere ausprobiert und meine eigenen erfahrungen gemacht. die verbesserungen waren unglaublich! reduktion meines ruhepilses von 95 auf 70. innerhalb von 2 wochen keine katzenallergie, 1-2 mal täglicher stuhlgang, keine verspannungen mehr und auch keine rückenschmerzen! gerne gebe ich ihnen bei interesse meine erfahrungen mit dem einen oder anderen nahrungsergänzungsmittel weiter - von den bei ihnen gestesteten war jedenfalls keines dabei. Liebe Grüße Sandig Christian
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