Öl Osolio, SmartCam

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Konsument 9/2001 veröffentlicht: 01.09.2001

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Das leichte Osolio - Reines Fett-was sonst?

„Das leichte Osolio“ richtet sich an „ernährungsbewusste Genießer“. Es besteht zu 100 Prozent aus Sonnenblumenkeimöl. Klingt verführerisch: Jetzt kann man sich also auch mit reinem Fett bewusst ernähren! Allein – die Rechnung geht nicht auf. Das leichte Osolio hat – wie könnte es auch anders sein? – denselben Kaloriengehalt wie jedes andere Fett. Laut Hersteller VFI (Vereinigte Fettwarenindustrie) bezieht sich der Zusatz „leicht“ auf die Verdaulichkeit und leichte Abbaubarkeit des Öls. Doch die sind bei anderen pflanzlichen Fetten um nichts schlechter. Auch der Hinweis „cholesterinfrei“ ist nicht wirklich informativ. Cholesterin findet sich nun einmal nur in tierischem Fett, Pflanzenfette sind zwangsläufig cholesterinfrei. Genauso gut könnte man „ohne Schweineschmalz“ auf eine Flasche Öl schreiben.

Günstig ist die Fettsäurezusammensetzung mit 68 Prozent mehrfach ungesättigten Fettsäuren – aber das gilt für jedes Sonnenblumenöl, nicht nur für Osolio. Außerdem gilt auch für Speisefette: Abwechslung tut gut. Reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind beispielsweise auch Kürbiskernöl, Maiskeimöl, Weizenkeimöl oder exotischere Sorten wie Sesamöl, Traubenkernöl oder Walnussöl.

Will man wirklich ernährungsbewusst genießen oder auf den Cholesterinspiegel achten, sollte man vor allem den Fettkonsum reduzieren. Laut österreichischem Ernährungsbericht 1998 stammen fast 38 Prozent der täglichen Kalorien aus Fett, 30 sollten es maximal sein. Das sind rund 70 Gramm Fett pro Tag für Frauen und 90 Gramm für Männer. Nur die Hälfte davon stammt erfahrungsgemäß aus sichtbarem Fett (Butter, Öl, Margarine), die andere Hälfte ist in Lebensmitteln versteckt, die man nicht gleich als Fettlieferant erkennt: in Fleisch, Wurst, Käse, Schokolade, Schlagobers, ja selbst in Jogurt: Wer zwei Becher Jogurt (à 250 g, 3,6% Fett) auf seinem täglichen Speiseplan stehen hat – was aus ernährungswissenschaftlicher Sicht sehr empfehlenswert ist – führt damit dem Körper bereits rund 18 Gramm Fett zu. Und eine Portion gebratener Leberkäse enthält satte 40 Gramm.

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