Räucherlachs

Ein Fall für Mr. Anonym

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Konsument 2/2010 veröffentlicht: 19.01.2010, aktualisiert: 27.01.2010

Inhalt

  • Geräucherter Wild- und Zuchtlachs auf Keime untersucht
  • Zwei Proben von Merkur und Billa waren verdorben
  • Ein Trio schwimmt der Konkurrenz davon

Mmh , jetzt gibt es sie wieder, die üppigen Fischplatten. Spätestens, wenn mit dem Heringsschmaus das Ende des Faschings ansteht, werden selbst Fischmuffel schwach und stürmen das kalte Buffet.

Dort mischt sich unter das Grauweiß der traditionellen Matjes- und Bismarckheringe mit ihren scharfen Zwiebelringen, das Goldbraun von Bücklingen und Sprotten, das zarte Beige von Forellenfilets immer öfter Lachs. Geräuchert oder gebeizt (graved) sorgt er, hauchdünn geschnitten, mit frischen Dillzweigen und Zitronenscheiben dekoriert, für besonderen Geschmack, und mit seinem satten Orange auch für einen kräftigen Farbtupfer.

Fisch im Trend

Noch vor einigen Jahren war dieser Fisch hierzulande ein Minderheitenprogramm, beschränkt auf feine Spezialitätenläden und ihr zahlungskräftiges Publikum. Das ist inzwischen Geschichte. Seit Lachs nicht nur als Wildlachs gefangen, sondern auch in Aquakulturen, im Meer schwimmenden Gehegen, gezüchtet wird, ist er massentauglich geworden. Das zeigt sich überdeutlich am Angebot: kein Supermarkt, ob auf konventionelle oder auf Bioware aus­gerichtet, kein Diskonter, der nicht Lachs im Kühlregal vorrätig hat.

Räucherlachs nahmen wir zuletzt im ­Dezember 2007 kritisch unter die Lupe. „Delikat – aber nicht lange“ lautete damals das nicht gerade berauschende abschließende Urteil. Die gute Nachricht: Die Situation hat sich gebessert. Die schlechte: Auch diesmal landete mit Keimen belasteter Fisch in unserem Einkaufswagen.

20 Proben Lachs, davon 19 verpackt und eine offen angeboten, haben wir Ende vergangenen Jahres in Wiener Supermärkten, bei Diskontern und in Bioläden erstanden. (Einzig Biomarket hatte zum Einkaufszeitpunkt keinen Lachs im Sortiment.)

Viel Zucht-, wenig Wildlachs

Der größte Teil der eingekauften Ware, nämlich zwei Drittel, stammt aus Zucht­farmen. Dort wird überwiegend konven­tionell produziert. Nur wenige Erzeuger nutzen die Möglichkeit, Lachs nach biologischen Richtlinien aufzuziehen. Lediglich zwei Produkte sind Bio-Lachs. Als Wildlachs aus dem Atlantik oder Pazifik sind fünf Proben deklariert.

Egal wo der Lachs herkommt: Dieser ­Fettfisch (zwischen 8 und 15 Prozent Fett, 170 bis 215 Kilokalorien pro 100 Gramm) ist ein heikles Produkt. Seine durch das Aufschneiden stark vergrößerte Oberfläche ­begünstigt zudem Verkeimungen. Sauberes Arbeiten unter hygienisch einwandfreien Bedingungen und ausreichende, vor allem aber durchgehende Kühlung sind unter diesen Umständen besonders wichtig.

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Kommentare

  • Billa und Merkur - nicht lermfähig?
    von A6-Hatzer am 15.02.2010 um 11:49
    Ich hatte leider bevor ich den Test gelesen habe das zweifelhafte Vergnügen mit den beiden "Verliererlachsen". Das Zeug war wirklich nah drann an ungenießbar.(Rand hart,komischer Geschmack....) Und das obwohl das Ablaufdatum noch lange nicht erreicht war! Das beste daran ist das Beide Lachse momentan im Angebot sind (deswegen habe ich sie unwissender Weise gekauft). In Anbetracht dieser Testergebnisses würde ich mich sowas nicht mehr verkaufen trauen. Die Ausreden der Hersteller sind ja aucg mehr als fragwürdig.... Wobei ich sagen muss das mir der Lachs vom Hofer etwas zu salzig ist,der vom Laschinger trifft eher meinen Geschmack! Gut,das ist Geschmackssache. Aber das sich Rewe da ein starkes Stück leistet steht für mich ausser Frage.
  • Räucherlachs auf Antibiotika testen
    von REDAKTION am 09.02.2010 um 09:22

    Bei Räucherlachs ist es recht unwahrscheinlich, dass man erhöhte Gehalte an Antibiotika im Fischfilet  findet. Das beweist auch eine kürzlich von der deutschen Stiftung Warentest durchgeführte Untersuchung: http://www.test.de/suche/?q=räucherlachs In keiner der 18 Proben Räucherlachs konnten Antibiotika (Chloramphenicol, Tetracycline, Sulfonamide) nachgewiesen werden.

    Wir haben daher aus gutem Grund auf diese sehr teure Untersuchung verzichtet.

    Ihr Konsument-Team

  • Testkriterien
    von kolland am 03.02.2010 um 14:43
    Immer wieder ist zu lesen, dass bei konventioneller, also nicht artgerechter Haltung reichlich Antibiotika zum Einsatz kommen. Weshalb erfolgte in diese Richtung keine Untersuchung? AK
  • Am häufigsten gekauftes Produkt
    von REDAKTION am 29.01.2010 um 12:01
    Wir würden gerne alles testen, was am Markt ist. Leider ist das aus Budgetgründen nicht möglich. Bei Hofer haben wir uns für den konvetionell gezüchteten Lachs entschieden, weil wir davon ausgehen, dass dieses Produkt am häufigsten gekauft wird. Ansonsten achten wir bei der Testauswahl immer darauf, dass ein Teil der eingekauften Proben selbstverständlich Bio-Produkte sind. Ihr Konsument-Team
  • Lachs bei Hofer
    von Katharina47 am 29.01.2010 um 00:26
    Sehr geehrte Damen und Herren, Sie haben den Zuchtlachs aus Aquakultur bei Hofer getestet und ihn als qualitativ mit Sehr gut bezeichnet. Er ist natürlich weder BIO noch artgerecht. Wie ist denn der Lachs aus Wildfang bei z.B. Hofer? Können Sie darüber Auskunft geben. Denn Wildfang ist für mich interessanter, da artgerecht, meist nachhaltig und auch eher "BIO". Darum würde ich es mir wünschen, dass diese Fische und Fangart eher begutartet wird. Mit freundlichen Grüßen Gerti Stangl
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