Schadstoffe in Lebensmittel-Verpackungen

Photoinitiatoren: Schön unnötig

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KONSUMENT 5/2012 veröffentlicht: 27.04.2012

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Beim Bedrucken von Lebensmittelverpackungen werden häufig Photoinitiatoren eingesetzt. Auch solche, über deren gesundheitliche Gefahren überhaupt keine Daten vorliegen.

Kinderlebensmittel sind bei den Kids ein Hit. Und ob süß oder salzig: Die Produkte ­ kommen immer in einer knallig bunten Verpackung daher, die niemand übersehen kann. Auch uns lachten in den vergangenen Monaten Ferreros Kinder Pingui Schoko und ­Danone Fruchtzwerge an, um nur die abso­luten Renner zu nennen. Diesmal wollten wir aber nicht wissen, wie viel Zucker und Fett in diesen angesagten Schleckereien ­stecken. Was uns interessierte war, womit ­Süßigkeiten eingewickelt und in welche ­Becher Joghurts abgefüllt werden.

Untersuchung auf Photoinitiatoren

Lebensmittel sind heikel. Mindestens so ­heikel ist, wie sie in den Verkauf gelangen. Immer wieder tauchten in den vergangenen Jahren Schadstoffe in Verpackungen auf – und nicht nur dort. Das ist schon für Erwachsene keine angenehme Vorstellung. Noch unerfreulicher wird es in Zusammenhang mit Kindern. Insgesamt 14 bunt foliierte bzw. bunt bedruckte Produkte, der Großteil davon Kinderlebensmittel, schickten wir daher nach dem Einkauf in ein Labor. Der Auftrag an die Prüfer: Untersuchung auf Photoinitiatoren, auch PI genannt.

Hinter diesem sperrigen, fast unaussprech­lichen Namen verbergen sich Stoffe, die beim Bedrucken von Verpackungen eingesetzt werden. Die PI sorgen dafür, dass die verwendeten Druckfarben innerhalb kürzester Zeit vollständig aushärten.

Gefahr: Schadstofftransfer

Doch nicht immer bleiben diese Substanzen dort, wo sie hingehören. Sie können auf verschiedenen Wegen in Lebensmittel übergehen (migrieren). Möglich ist beispielsweise die Durchdringung der Verpackung, wenn im verwendeten Material keine Barriere – etwa eine Aluminiumschicht – verwendet wird.

Eine andere Möglichkeit der Migration ist der sogenannte Abklatsch. Bis zu ihrem Einsatz werden auch Verpackungen gelagert. Folien kommen häufig auf eine Rolle, Becher werden ineinander gestapelt. In beiden Fällen kommt die bedruckte Außenseite mit der ­Innenseite einer Verpackung in Kontakt. ­Lagern sich dort Substanzen ab, können sie auch ins Lebensmittel geraten.

Belastete Lebensmittel

Dass es diesen Stofftransfer gibt, ist längst bekannt. Schon 2006 und 2009 wurden PI in Lebensmitteln gefunden. Trotzdem gibt es bis heute auf EU-Ebene für diese Substanzen ­keine rechtlichen Regelungen. Wir haben ­tiefer gegraben und verstreut in verschiedenen Verordnungen schließlich gezählte vier PI gefunden, zu denen zumindest eine toxikologische Bewertung eines wissenschaftlichen Gremiums, wie beispielsweise der EFSA, der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit, vorliegt. Von diesen wenigen Stoffen weiß man immerhin, wie sie wirken und ab welcher Konzentration ein Gesundheitsrisiko für Verbraucher besteht. Über den Rest an verwendeten PI herrscht in der EU Schweigen.

In der Tabelle finden Sie:

Marke, Type, Produkte, Dienstleistungen
Ferrero Kinder Pingui, Milfina Milch Snack mit Honig, Clever Erdbeere, Danone FruchtZwerge, Alnatura Cocos, Mars Celebrations, Choceur Milch Mäuse, Bellarom Choco Selection, Elite Junior's Mini Max + Vitamine, Emotionali Multi-Fruit Lollies, ja! Natürlich Vollkorn Reiswaffeln mit Milchschokoladeüberzug, Jeden Tag flips, Spar Macadamias salted, Storck nimm 2 soft Tropic

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