Schokolade

Eine Sünde wert

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Konsument 12/2006 veröffentlicht: 10.11.2006, aktualisiert: 16.11.2006

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Wunderbar aromatisch und zart schmelzend, elfenbeinfarben oder dunkelbraun: Schokolade macht glücklich. Und hat sich inzwischen von einer preiswerten Süßigkeit zum teuren Lifestyle-Produkt entwickelt.

Die Österreicher vernaschen 9,4 Kilogramm Schokolade pro Jahr

Ein kleiner Bissen genügt, um sich zu trösten, zu belohnen oder einfach zwischendurch zu verwöhnen. Man gönnt sich ja sonst nichts. Laut Statistik Austria geben Österreichs private Haushalte durchschnittlich 9,30 Euro pro Monat für Schokolade aus. Der jährliche Pro-Kopf-Konsum liegt bei 9,4 Kilogramm. Tendenz steigend.

Verhätschelte Oma einst Schleckermäuler noch mit Naps oder Katzenzungen (beide Klassiker sind bei Kindern nach wie vor beliebt), sind echte Gourmets gerade einmal mit Amedei oder Cluizel zufriedenzustellen – Namen, die nach Edeldesigner klingen. Und das sind sie genau genommen auch, die Maîtres Chocolatier, die ihr leckeres Naschwerk zum neuen Lifestyle-Produkt gekürt haben. Beim Dinner über das Bouquet eines Bordeaux zu philosophieren, war gestern. Heute spricht man über die Grand Crus der Kakaobohnen.

Heimischer Luxus

Einer, der in Österreich für überdurchschnittlichen Genuss sorgt, ist Johannes Bachhalm. Seine von Gault Millau ausgezeichnete Confiserie in Kirchdorf an der Krems ist Mitglied einer europäischen Einkaufsgenossenschaft, die einen Scout aus Venezuela beschäftigt. Dieser Mann macht in allen Ländern entlang des Äquators die besten Plantagen ausfindig, auf denen noch die ursprünglichste aller Kakaosorten, Criollo genannt, angebaut wird.

Forastero und Criollo

Bereits Maya und Azteken kultivierten die edlen Bohnen, die kaum bitter schmecken, nur wenig Säure enthalten und angenehme Aromen entwickeln. Im Gegensatz zu der als Industriebohne bezeichneten Kakaovariante Forastero ist Criollo anfälliger gegen Schädlingsbefall und liefert geringere Erträge, weshalb diese Sorte von den meisten Pflanzern gemieden wird. Nur drei Prozent der gesamten Kakaoernte entfallen auf Criollo und das schlägt sich naturgemäß in einem deutlich höheren Preis nieder.

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