Thunfisch

Um Dosen besser

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Konsument 11/2010 veröffentlicht: 14.10.2010

Inhalt

  • Thunfisch aus der Dose – natur bzw. im eigenen Saft – untersucht
  • Kaum Probleme mit Blei, Cadmium und Quecksilber

So stilvoll wie beim Japaner, wo er als Sushi oder Sashimi serviert wird, sieht Thunfisch in der Dose natürlich nicht aus. Dafür hält er lange und schmeckt auch jenen, die mit rohem Fisch nichts anfangen können. Außerdem gibt es ihn in vielen verschiedenen ­Zubereitungen: im eigenen Saft (natur), eingelegt in Öl, mit und ohne Gemüse.

Bewusst kaufen

„Thunfisch in Gefahr“, lautet die Überschrift zu unserem Ethik-Report auf Seite 13. Was soll angesichts eines solchen Befundes ein Thunfisch-Test? Darf man diesen Fisch überhaupt noch essen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben? Man darf. Niemand, der sich ab und zu eine Dose genehmigt, muss sich vorwerfen, am Untergang der Weltmeere aktiv mitzuarbeiten. Und anders als beim ­Japaner, wo Fischliebhaber keine Ahnung haben, woher der Leckerbissen kommt, kann vor dem Supermarktregal eine bewuss­te Kaufentscheidung für oder gegen eine ­bestimmte Thunfischart getroffen werden.

Ohne weitere Zutaten

13 Produkte räumten wir diesmal für unse­ren Test in den Einkaufswagen: 12 Dosen und ein Filet im Glas. Sie alle enthalten praktisch ausschließlich Thunfisch, Salz und Wasser. Verkauft werden solche Erzeugnisse unter den Bezeichnungen „natur“, „naturell“ oder „Thunfisch in eigenem Saft und Aufguss“. Da kein Öl zugesetzt ist, steckt im Fisch wesentlich weniger Fett, er schmeckt neutral, kann daher beliebig gewürzt werden und eignet sich als Pizzabelag oder für Penne al Tonno ebenso wie als Hauptzutat für den beliebten Thunfischsalat.

Mit einer Ausnahme sind alle Produkte mit einer Lasche zum Aufreißen der Dose ausgestattet. Das ist praktisch, weil es den ­Dosenöffner erspart, vorausgesetzt, der Metallring reißt nicht ab. So etwas kommt in der täglichen Praxis häufig vor, bei un­serer Untersuchung erstaunlicherweise überhaupt nicht, was wieder einmal beweist: Ausnahmen bestätigen die Regel. Wer zu wenig Kraft in den Fingern oder ­keine Lust hat, sich beim Anheben der ­Lasche die Nägel zu ruinieren, muss zu La Perla greifen. Es ist das einzige Produkt in unserem Test, für das man noch einen traditionellen Dosenöffner braucht.


Lesen Sie auch unseren Test: Herkunft von Thunfisch 4/2016 .

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Kommentare

  • Lasche zum Aufreißen der Dose
    von rechtspolitik am 09.02.2011 um 15:24
    Eine Praxisbeobachtung zu behaupten, die bei der Untersuchung gar nicht vorkommt, ist unfair. Bei verdorbenen Produkten wurde auch noch nie erwähnt, daß diese in der Praxis eigentlich immer in Ordnung sind. Im Übrigen läßt sich auch jede Dose mit Lasche per Dosenöffner aufmachen.
  • Thunfisch dosen mit Lasche traditionell öffnen geht ! ?
    von Witz am 21.10.2010 um 11:56
    Sie schreiben: Wer zu wenig Kraft in den Fingern oder ­keine Lust hat, sich beim Anheben der ­Lasche die Nägel zu ruinieren, muss zu La Perla greifen. Es ist das einzige Produkt in unserem Test, für das man noch einen traditionellen Dosenöffner braucht. - Da muss ich sagen dass man auch eine Dose mit Lasche (oder abgebrochner LAsche(!)) mit traditionellem Dosenöffner aufbekommt. Habe ich zumindest die Erfahrung gemacht.
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