Wasseraufbereitung

Sparen Sie sich Ihr Geld!

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veröffentlicht: 20.05.2010, aktualisiert: 20.08.2012

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Vorsicht: Wasserkeiler sind wieder unterwegs! Zurzeit gibt es vermehrt Leser-Anfragen zu Wasserfilter-Geräten. Gewiefte Ver­käufer preisen solche Wasserfilter-Anlagen an. Unsere Meinung ist: Finger weg!

Gleich vorweg: Unser letzter Test Wasserfilter-Geräte brachte ein niederschmetterndes Ergebnis zu Tage: Keines der Geräte war empfehlenswert. Dennoch kommen immer wieder scheinbare Wundergeräte begleitet von neuen Werbeversprechen auf den Markt.

Gezielte Panikmache

Viele Menschen machen sich Sorgen um ihr wichtigstes Lebensmittel, das Trinkwasser. Geschäftemacher haben leichtes Spiel. Sie bieten eine ganze Palette an Wasserfiltern und Reinigungsanlagen für den Privatgebrauch an. Laut Bewerbungsbroschüren soll das Wasser mit deren Hilfe gesünder sein, besser schmecken, ja sogar an eine frische Bergquelle erinnern.

Teure Wasseraufbereitung

Beim Anpreisen von teuren Aufbereitungssystemen scheuen die Vertreiber nicht davor zurück wahre Schreckensszenarien zu malen. Da wird „steigender Blutdruck“ samt diverser Folgeerscheinungen auf schlechte Trinkwasserqualität zurückgeführt. Auch lange Rohrleitungen vom Wasserwerk bis zum Wasserhahn müssen für mögliche Qualitätsminderungen des Wassers herhalten. Praktischerweise gibt es das „Wundermittel Filteranlagen“.

Beratungstermin zur Trinkwasserprüfung

Konsumentenanfragen entnehmen wir, dass der Kontakt zumeist über zwei Schienen entsteht: Die Verkäufer rufen an, um persönliche Beratungstermine zwecks Trinkwasserprüfung vorzuschlagen. Eine weitere Verkaufs-Variante sind die „Partykäufe“. Ähnlich dem Verkauf von Kochtöpfen oder Plastikboxen, werden Wasseraufbereitungsanlagen über solche Verkaufsveranstaltungen unter die Leute gebracht.

Verkaufstrick Elektrolyse-Vorführung

Bei diesen Veranstaltungen verblüffen geschulte Verkäufer ihr Publikum häufig mit einer Elektrolyse-Vorführung. Dabei geht es darum, zu demonstrieren, dass Trinkwasser Schadstoffe enthält. Zur Demonstration füllen die Verkaufsprofis Leitungswasser in einen Glasbehälter. Im Wasser befinden sich eine Aluminium- und eine Eisenelektrode.

Strom an, Wasser trüb

Dann wird Strom eingeschaltet, um die im Wasser enthaltenen angeblich gefährlichen Inhalts-Stoffe sichtbar zu machen. Tatsächlich verfärbt sich die Flüssigkeit in eine graubraune unappetitliche Brühe. Gerne unterstreichen die Verkäufer diesen Effekt mit dem Kommentar: „Und dieses Wasser trinken Sie!“

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Kommentare

  • Membranfilteranlage
    von REDAKTION am 11.10.2010 um 13:08

    Aus ernährungsphysiologischer Sicht ist es unserer Meinung nach nicht sinnvoll, Wasser ohne Mineralstoffanteile zu trinken. Trinkwasser leistet einen wertvollen Beitrag zur Versorgung des Körpers mit Mineralstoffen.

    Sichtbarmachen der Fremdstoffe im Wasser: Bei diesen „Fremdstoffen“ handelt es sich um Kalzium und Magnesium. Die Verfärbung des Wassers entsteht, weil sich Eisen von der Eisenelektrode löst.

    µSiemens: Die Anhebung dieses Wertes ist durchaus in Ordnung, weil Kalzium und Magnesium wichtige Elemente für den Körper sind. µSiemens drückt die Leitfähigkeit des Wassers aus. Je höher die Konzentration von Kalzium und Magnesium im Wasser ist, desto höher die Leitfähigkeit. Die Leitfähigkeit lässt jedoch keine Rückschlüsse auf die Schadstoffkonzentration zu. Das ist nur durch eine komplette Wasseranalyse möglich.

    Wichtig wäre, dass Ihre Anlage den Anforderungen des österreichischen Lebensmittelbuches entspricht und Sie Einsicht in die entsprechenden Unterlagen für Ihr Gerät bekommen. Membranfilteranlagen bergen nämlich gewisse Gefahren in sich. Abhängig von der Zusammensetzung des Ausgangswassers haben wir bei unseren Tests das Risiko der Verkeimung beim Verwenden derartiger Anlagen festgestellt. Im Zuge des Verkeimungsprozesses wandeln Bakterien geringe Mengen an noch vorhandenem Nitrat in giftiges Nitrit um.

    Die Parameterwerte im österreichischen Lebensmittelkodex für Nitrat liegen bei 50 Milligramm pro Liter, hingegen für Nitrit bei 0,1 Milligramm pro Liter. Die uns bekannten Wasserbehandlungsgeräte können weder Verkeimung noch jenes für Säuglinge extrem giftige Nitrit anzeigen. Auch bei Verwendung von Silber für die Kohlefilter ist keine absolute Keimfreiheit gegeben. Laut dem Freiburger Umweltmediziner Franz Draschner gibt es bereits silberresistente Bakterien.

    Zum Herausfiltern von Pestiziden: Pestizide werden unter anderem über den Aktivkohlefilter absorbiert. Wenn das Aufnahmevermögen des Filters erschöpft ist, kommt es zum Filterdurchbruch – dabei werden bereits absorbierte Schadstoffe in einem Schwall ans Wasser abgegeben – Giftcocktail! Uns ist auch kein Gerät bekannt, bei dem eine entsprechende Anzeige auf die Filtersättigung hinweist.
    Ihr KONSUMENT-Team

  • Membranfilteranlage
    von dago1bert am 30.09.2010 um 17:16

    Kommentar auf Wunsch des Verfassers entfernt.

    Ihr KONSUMENT-Team

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