Wurstverpackung

Papiergram

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Konsument 3/2002 veröffentlicht: 01.03.2002

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Ein Dauerbrenner in unserer Leserpost: das Mitwiegen und -verrechnen der Verpackung bei offen verkauften Lebensmitteln. Die Kunden sind verärgert, der Handel beruft sich auf „branchenübliche Praktiken“.

Da stehe ich“, berichtet Leser Karl W. per E-Mail, „wieder einmal in einem dieser megatollen Supermärkte mit Wursttheke und wähle einen dieser wirklich köstlichen Schinken aus Italien um 22 Euro pro Kilo. Die Verkäuferin legt schon ein Papierblatt auf die Waage… 2 g … Diese Schinken liegen natürlich auf diesen wirklich praktischen Plastikfolien, wo die Verkäuferin nur die Folie nehmen muss und schon hat sie genau 97 g Schinken + 3 g … Sie legt oben noch einmal eine Folie drauf … + 3 g …, drückt die Preistaste, verpackt alles und kommt auf mich zu. Ich: ,Ich möchte die Verpackung aber nicht mitbezahlen.‘ Sie: ,Na hörn’S mal, wir müssen die Verpackung ja auch bezahlen.‘Ich: ,Tschuldigung, aber verkauft man Ihnen das Papier auch zum Kilopreis von einem Prosciutto?‘ Die Verkäuferin hat schon diesen bösen Blick, genau wie die Leute in der Warteschlange hinter mir, also winke ich ab und gehe weiter.

Muß ich das zahlen?

Als normaler Konsument frage ich mich natürlich – muss ich diese 25 Cent wirklich bezahlen?“ Die Antwort: nein. Wenn er in Wien  zum italophilen Spezialitätenladen Piccini geht und sich dabei beeilt, zahlt Karl W. für die Verpackung (so gut wie) nichts. Dort wird nämlich die Ware auf eine 0,05 g schwere Plastikfolie gelegt, abgewogen, abgerechnet und dann erst in Papier eingepackt. Allerdings kündigt Piccini-Geschäftsführerin Juditha Schindl an: „Lange werden wir diese Praxis nicht mehr aufrechterhalten können. Wenn ich am Ende eines Jahres schaue, was Papier kostet, wird mir schlecht!“

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