Zukunftsperspektiven

Die Energy Drinks von morgen

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KONSUMENT 5/2014 veröffentlicht: 24.04.2014

Inhalt

Die Geschichte des Zuckerwassers ist lang und wurde von Generation zu Generation erfolgreicher. Einst tranken die Kinder gern ein Kracherl, mittlerweile schlürft man mit dem Energy Drink das Gefühl, irgendwie zu denen zu gehören, die dynamisch und megacool sind. - "Kunde König", ein satirischer Kommentar von Alois Grasböck.

KONSUMENT-Kolumnist Alois Grasböck 
Alois Grasböck

Starke Werbung bei Energy Drinks

Ein Kaffee mit acht Stück Würfelzucker wäre vielleicht ähnlich belebend, aber da fehlt die wichtigste Zutat, nämlich eine starke Werbung.

Sicher frisst manche der Neid, wenn sie sehen, wie viele Millionen man mit gut beworbenen Energy Drinks verdienen kann. Und sollte jemand damit liebäugeln, in dieses Geschäft einzusteigen, dürften ein paar Tipps hilfreich sein.

Tipps für Neueinsteiger in den Engery Drink-Markt

  • Erstens: Für die nächste Generation wird so mancher Energy Drink der ersten Stunde schon ein Senioren-Gesöff sein, da dürfte Platz für Neues werden.
     
  • Zweitens: Sehr wichtig ist der Name. Kraftvoll muss er klingen, doch wenn Ihnen „Power“ zu abgedroschen erscheint, kann auch etwas Aufreizendes nicht schaden. Welches Zielpublikum haben Sie denn im Auge? Vor allem jenes, das nicht zu viel nachdenkt und dem plumpen Scherz durchaus etwas abgewinnen kann?
     
    In diesem Fall raten wir zu „Geile Sau“. Stellen Sie sich das Gelächter vor, das jedes Mal ausbricht, wenn einer – oder eine! – nach einer „Geilen Sau“ verlangt, dazu die anzüglichen Bemerkungen. Sogar dem Dümmsten wird dazu etwas einfallen, und die Mundpropaganda macht sich praktisch von selbst!
     
  • Drittens: Sollte Ihnen das zu tief gegriffen sein, weil Sie bei den Erfolgreichen der kommenden Generation punkten wollen, kommt kein Name mit „Sau“ in Frage, schon gar nicht „Strebersau“.
     
    Der Personaleinsparer von morgen fühlt sich wahrscheinlich eher von „Bad Boss“ angesprochen. Er wird es auch nicht ungern sehen, wenn seine führende Stellung mit einem höheren Preis betont wird. Die kleinen Leute sollen, wenn‘s nach ihm geht, halt „Working Poor“ saufen.

So könnte es kommen. Es sei denn, die Mode wechselt doch zum Kaffee mit acht Stück Würfelzucker.


Lesen Sie dazu auch unseren Test: Energy Drinks 5/2014.

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Bild: VKI