Bahnfahren: Vorteilscard

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KONSUMENT 10/2011 veröffentlicht: 17.09.2011

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"Die Zitrone": Die ÖBB-VorteilsCard wird durch die Stilllegung von Bahnstrecken immer weniger wert.

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Frau Moser (Name von der Redaktion geändert) aus Wien nannte seit Kurzem ein Wochenendhaus im Burgenland ihr eigen. Daher kaufte sie sich eine ÖBB-VorteilsCard, um die Strecke Wien–Oberwart mit der Eisenbahn günstiger zurücklegen zu können.

Doch schon drei Wochen später entnahm sie den Zeitungen, dass die Strecke Oberwart–Friedberg per 1. August eingestelllt wird. Ihre VorteilsCard um fast 100 Euro konnte sie also auf dieser Strecke nicht mehr nutzen.

Keine Vergünstigung

Wütend schrieb sie an uns: „Es hilft mir nichts, wenn ich damit theoretisch nach Innsbruck und sonstwohin fahren kann, wenn ich dort nicht hin will, sondern mir die Vorteilscard explizit für diese Strecke gekauft habe.“ Die stillgelegte Strecke wird zwar durch eine private Busfirma befahren. Die aber gewährt für die Bahn-VorteilsCard keine Vergünstigung.

Finanzierung eingestellt

Die ÖBB argumentieren, dass Strecken, die betriebswirtschaftlich nicht rentabel seien, nur im Falle einer Finanzierung durch Bund, Länder oder Gemeinden aufrechterhalten werden könnten. Für die nachfrageschwache Verbindung Friedberg–Oberwart sei die Finanzierung seitens des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie eingestellt worden.

Daher müsse man den Zugverkehr stilllegen und durch eine Busverbindung ersetzen. Dort gelten die Tarife des Verkehrverbundes Niederösterreich-Burgenland. In den Verbünden werden aber nicht alle VorteilsCards anerkannt, sondern nur die VorteilsCards „Senior“, „Familie“, „Blind“ und „Spezial“. Das hilft Frau Moser wenig. Derzeit wird viel über Klimawandel und Reduktion der Treibhausgase diskutiert. Ob Streckenstilllegungen im öffentlichen Verkehr da das richtige Signal sind?

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