Calafati-Schilling

Doch angenommen

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Konsument 6/2001 veröffentlicht: 01.06.2001

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Nach Intervention von "Konsument" zeigen die Unternehmen des Wiener Praters doch Kulanz.

Jahrzehntelang gab es den Calafati-Schilling, eine Währung ganz besonderer Art. Im Wurstelprater in Wien konnte man damit bei Ringelspielen und anderen Fahrgeschäften zahlen. In Trafiken oder Praterbuden legte man Alpendollar hin und erhielt dafür Calafati-Schillinge. Wobei man für einen Schilling mehr als einen Calafati-Schilling bekam, der Wechselkurs war günstig. Besonders Eltern mit mehreren Kindern wussten diese Form von Rabatt zu schätzen. So ein Praterbesuch geht ja ganz schön ins Geld. Auch Frau Hauser (Name von der Redaktion geändert) hatte sich vor Jahren mit Calafati-Schillingen eingedeckt. Wie groß war ihr Erstaunen, als sie bei einem Praterbummel feststellen musste, dass die traditionelle Praterwährung nicht mehr angenommen wird. Stattdessen gibt es jetzt eine sogenannte Fun Card. Laut Praterverband wurden in den letzten drei Jahren keine Calafati-Schillinge mehr ausgegeben, die Frist für die Annahme endete am 31.12. 2000. Dabei wurden die Calafati-Schillinge einst ja um „echtes“ Geld erstanden. Kinderreichen Familien könnte der Verlust sehr wohl weh tun. Der Verband der Praterunternehmer, von „Konsument“ kontaktiert, zeigte sich zunächst wenig geneigt, Kulanz walten zu lassen und berief sich auf Probleme bei der Abrechnung. Wir argumentierten, dass die Beliebtheit des Wiener Wurstelpraters durch so eine kleinliche Haltung wohl nicht gesteigert wird. Nach längerer Nachdenkpause erklärten sich mehrere Praterbetriebe bereit, „übriggebliebene“ Calafati-Schillinge doch auf dem Kulanzweg anzunehmen. Denn, so der Sprecher des Praterverbandes: „Wir wollen zufriedene Kunden“. Manchmal braucht es halt etwas Nachhilfe, bis diese Einsicht kommt.

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