Elektrofahrräder

Eingebauter Rückenwind

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Konsument 6/2010 veröffentlicht: 18.05.2010, aktualisiert: 07.06.2010

Inhalt

  • Elektrofahrräder zunehmend auch am heimischen Markt
  • Qualität fast durchwegs zufriedenstellend
  • Reichweiten und Akku-Ladezeiten sehr unterschiedlich

Dreimal die Strecke von Wien nach Berlin und wieder zurück radelten, statistisch betrachtet, unsere Tester im Rahmen dieser Praxisprüfung – ohne dabei ins Schwitzen zu geraten oder über Muskelkater klagen zu müssen! Denn eigentlich haben sie sich in erster Linie "radeln lassen": vom Elektrofahrrad, in dessen Sattel sich nun auch ­immer mehr Österreicher mit Vor­liebe zu schwingen scheinen.

Förderung durch Bundesländer

Jährliche Absatz­verdoppelungen freuen den Handel und beflügeln die Förderungsfantasien der ­Politik, die in der Mehrzahl der österrei­chischen Bundesländer die Anschaffung eines Elektrofahrrades mit Beträgen zwischen 200 und 400 Euro unterstützt. Das ist auch nötig, denn billig sind sie ja nicht ­gerade, die aus der Steckdose zu fütternden Drahtesel: Zwischen rund 1.400 und 2.350 Euro berappt, wer ein "Pedelec" aus unserem Test sein Eigen nennen will.

Es muss getreten werden

Pedelec – das 1999 von einer Diplomandin an der Heidelberger Uni kreierte Wort­ungetüm steht für "Pedal Electric Cycle" was durchaus die Funktionsweise eines solchen Hybridfahrzeuges umreißt: Man muss treten, damit der Elektromotor einem freundliche Unterstützung gewährt (was sie von E-Bikes unterscheidet, welche dies auch ohne eigene Leis­tung erlauben). Vorteil der Pedelecs: Es bedarf keiner Zulassung, keines Führerscheins, keiner Versicherung und der Betrieb verursacht, obwohl motorunterstützt, keine lokalen Emissionen.

Angenehme Bergfahrten

Pedelecs sind bis zu einer Nenndauerleistung von 250 Watt und einer Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h zugelassen; bei Über­schreiten muss sich der Motor automatisch abschalten. Bis dahin unterstützt er den Pedal­ritter aber kräftig in seinem Bemühen, ­voranzukommen. Das macht sich nicht ­zuletzt bei Bergfahrten angenehm bemerkbar, wie im vergangenen Jahr beispielsweise auch der österreichische ­Umweltminister feststellen konnte, der sich von einem Pedelec die Großglockner Hochalpenstraße hinaufradeln ließ.

Realistische Testbedingungen

Auch wir haben übrigens diesen Test bewusst nicht im Labor und auf dem Prüfstand, sondern unter realistischen Bedingungen durchgeführt, welche die Tester über asphaltierte Straßen, befestigte Wege, Steigungen und Gefälle führten. Dabei galt das beson­dere Augenmerk dem Fahrverhalten, dem Komfort, den Bremsen und der Schaltung der Räder – denn auch ein Pedelec ist ja trotz seiner Elektrounterstützung primär ein Fahrrad, dass sich auch dann gut und sicher fahren lassen soll, wenn der Motor nicht zugeschaltet wurde – oder der Akku einfach leer gefahren ist.

Wann dieser Moment des Schreckens ­eintritt, hängt neben den Gelände- und Wit­terungsbedingungen (z.B. Gegenwind), dem Fahrergewicht, dem Fahrverhalten ("schaltfaul" oder nicht) auch von der gewählten "Unterstützungsstufe" ab. Alle ­Pedelecs bieten mindestens deren zwei: Damit wird sozusagen der Leistungsrahmen des Elektromotors vorgegeben.

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Kommentare

  • Rekuperation
    von hemmi50 am 25.10.2010 um 15:08
    Wenn der Umweltminister sich vom Pedelec medienwirksam auf den Großglockner schleppen lässt, wäre es wunderbar, wenn er einen Teil der aufgewendeten Energie beim Bergabfahren rückgewinnen könnte. Wie stehen die Chancen, dass diese faszinierende Technologie uns wirklich hilft, mit den vorhandenen Energiequellen sparsam umzugehen?
  • Ebikes als Autoersatz
    von Snakeit am 23.09.2010 um 12:06
    Also ich sehe das Ebike bzw. das Pedelec als eine sehr Sinnvolle Möglichkeit Autos im innerstädtischen Bereich zu ersetzen. Viele Leute schrecken vor dem Einastz normaler Fahrräder zurück da sie sich entweder nicht anstrengen wollen bzw. können oder weil sie nicht verschwitzt in die Arbeit kommen möchten. Wenn man es so betrachtet ist es ökoligisch - ökonomisch absolut Sinnvoll und sollte noch mehr gefördert werden. Peter
  • Tabellen drucken/an Alaska 66
    von REDAKTION am 30.06.2010 um 12:59

    Tabellen drucken geht so: Sie holen sich die Produkte auf den Bildschirm, die Sie interessieren. Bei diesem Typ von Tabelle gibt es den Button AUSBLENDEN. Mit dem entfernen Sie alle Produkte, die Sie nicht interessieren. Wenn Sie links oben im Browser auf Datei/Drucken gehen, können Sie das, was Sie am Bildschirm sehen, ausdrucken.
    Eine eigene Druckversion der Tabellen haben wir nicht. Im Vorfeld wollten wir sie, haben sie aber verworfen. Bei vielen Tests würde die Tabelle in der Druckversion des Artikels 10 – 20 A4-Seiten ausmachen. Wenn wir 20 Produkte im Test haben und jedes Produkt hat 45 Parameter (Testurteil, Messwerte, Ausstattungsmerkmale, …), dann wird das sehr eine lange Wurst. In diesem Test Elektrofahrräder hat die Testtabelle mehr als 100 Zeilen. Solche Datenriesen in die Druckversion einzubauen schien uns nicht angemessen.

    Wie auch immer: Wir verstehen das Problem und suchen nach einer Lösung.

    Ihr Konsument-Team

  • drucken...
    von Alaska 66 am 28.06.2010 um 16:50
    Guten Tag, da die Hefte ausverkauft waren, habe ich mir eine Online-Tageskarte zugelegt. Nun kann ich den E-Bike-Test-Artikel zwar ausdrucken - aber das wesentliche - die Tabelle resp. die Ergebnisse zu den einzelnen Bikes - nicht. Nun habe ich mühsam Screenshots von allen gemacht.. Kann man das nicht optimieren? mfg af
  • Reihung der E-Räder: Details siehe Testtabelle
    von REDAKTION am 02.06.2010 um 10:15

    In der Testtabelle beschreiben wir oben die Ausstattung und unten haben wir die "praktische Prüfung". Die praktische Prüfung ist allein für das Testurteil ausschlaggebend ("100%").

    40 Details getestet
    Wenn Sie den Punkt "praktische Prüfung" aufklappen, werden Sie sehen, dass wir im Praxistest etwa 40 Details getestet und verglichen haben. Die beiden Räder, die Sie genannt haben unterscheiden sich – unter anderem – in folgenden Punkten:
    Federung, Bedienung, Verständlichkeit der Anzeige, Bremsen hinten, Bergabfahren, Fahrgeräusche, beim Motor (Ansprechverhalten, am Berg, in der Ebene) …

    Ihr Konsument-Team

Bild: VKI