Fit mach mit ohne einen Schritt

Muskelstimulation

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Konsument 6/2003 veröffentlicht: 20.05.2003

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Der Mensch hat Muskeln, und die wollen bewegt werden, sonst fühlen sie sich ungeliebt und verkümmern. Was sich der Mensch alles einfallen hat lassen, um das zu verhindern, ist sensationell. Ein satirischer Kommentar von Alois Grasböck.

Schon das Zimmerfahrrad war eine unglaubliche Erfindung. Alles, was das Radfahren sinnvoll oder schön macht, wurde weggelassen: die Möglichkeit, abgasarm von Punkt A zu Punkt B zu gelangen, weiters der Fahrtwind im Haar, die Frischluft und das Landschaftserlebnis – wenn man nicht gerade im Regen zwischen Autokolonnen radelt.

Geblieben ist dem Zimmerfahrrad nur die Schinderei. Ächzende Muskeln treten auf der Stelle, sogar der Hamster im Radl wundert sich über diese Art der Fettverbrennung. Mit der Energie, die auf Österreichs Zimmerfahrrädern vernichtet wird, könnte man locker alle Rolltreppen des Landes betreiben oder gar ein Kraftwerk einsparen. Mittlerweile ist die Menschheit eine Stufe weiter und hat sogar das Zimmerfahrrad an Bewegungslosigkeit übertroffen. Warum treten, wenn man die Muskeln auch von einem Gerät stimulieren lassen kann?

Sehen wir herrlichen Zeiten entgegen? Könnte der elektrische Fernsehstuhl (Light-Version, was die Stromstärke betrifft) auch dem langjährigen Sesselkleber einen knackigen Hintern anstimulieren? Arbeitet man hinter den sieben Fettbergen schon an einer Technik, die aus dem körpereigenen Schwimmreifen einen Waschbrettbauch macht, während man mit einer Packung Chips auf der Couch lungert?

Schön wär’s. Nicht zu verachten wäre auch ein Gerät, das die Nachdenktätigkeit stimuliert. Vielleicht gibt es das schon längst, wird aber nicht publik gemacht, weil diverse Schlankheitszauberer und Fitnesshändler dadurch eine Geschäftsstörung befürchten.

Ihr Alois Grasböck

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