Haustiere, Serie - Teil 2

Seelenfreund und Spielgefährte

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Konsument 11/2005 veröffentlicht: 13.10.2005

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Ein eigenes Haustier steht bei den meisten Kindern ganz oben auf der Wunschliste. Im zweiten Teil unserer Serie informieren wir über die Voraussetzungen, damit die „tierische Familienbeziehung“ auch wirklich klappt.

Spielgefährten ...

Die meisten Kinder wünschen sich nichts sehnlicher als einen vierbeinigen Spielgefährten. Und wissenschaftliche Studien zeigen, dass der Kontakt zu Tieren positive Auswirkungen auf ihre Entwicklung hat.

... zum Ausweinen

Befragte Kinder gaben an, sich bevorzugt bei ihrem geliebten Haustier auszuweinen, wenn sie Kummer haben. Kein Wunder: Meerschweinchen & Co trösten eben anders als die Erwachsenen, sie tun das ohne Bedingungen zu stellen und zu ermahnen. Im Unterschied zu Eltern, Großeltern oder anderen „menschlichen“ Bezugspersonen müssen Tiere ja nicht erziehen – und sind gegebenenfalls doch sehr effiziente Pädagogen: Sie reagieren spontan und ohne „Hintergedanken“ auf das Verhalten des Kindes und signalisieren sofort, wenn sie etwas nicht mögen – sie zeigen aber auch ihre Zuneigung bedingungslos.

Reden lernen - aber ohne Worte

Das Einfühlungsvermögen in andere wird durch den Kontakt mit Tieren ebenso gefördert wie die Fähigkeit zur nonverbalen Kommunikation. Kinder lernen Verantwortung zu übernehmen und Rücksichtnahme. Ihr Potenzial, die Wünsche und Bedürfnisse anderer zu respektieren wird ebenso gestärkt wie ihr Selbstbewusstsein: Denn ein Tier nimmt das Kind so wie es ist, wertet nicht und misst nicht an einem Ideal. Nicht von ungefähr werden Tiere bei der Behandlung von geistig, seelisch und körperlich behinderten Kindern eingesetzt: Die vierbeinigen „Therapeuten“ motivieren oft weit effizienter als Menschen das tun könnten und machen erstaunliche Entwicklungsfortschritte möglich.

Tiere machen Arbeit und kosten Geld

Doch alle diese positiven Wirkungen zeigen sich nur dann, wenn Kinder und Tiere „richtig“ zusammenkommen. Dem Kind einfach ein Haustier zu schenken, um des lieben Friedens willen, ist zu wenig – und endet mit großer Wahrscheinlichkeit für alle Beteiligten enttäuschend. Denn jedes Haustier macht Arbeit und kostet Geld. Und auch wenn Kinder noch so sehr beteuern, dafür auf alles Mögliche verzichten und alle Versorgungsarbeiten übernehmen zu wollen, so sind solche Versprechungen meist sehr kurzlebig.

Ab elf, zwölf Jahren

Tatsächlich sind Kinder von ihrer mentalen Entwicklung her erst im Alter von elf, zwölf Jahren wirklich in der Lage, ein Haustier selbstständig zu versorgen. Gerade in diesem Alter treten aber vermehrt andere Interessen in den Vordergrund – da sind Freunde und Popmusik vielleicht doch bald wichtiger als der Vierbeiner.

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Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo