Hotelbewertung: Holidaycheck und Tripadvisor

Schön geschwindelt

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KONSUMENT 6/2014 veröffentlicht: 19.05.2014

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Experten schätzen den Anteil gefälschter Hotelbewertungen auf rund ein Drittel. Portale wie Holidaycheck und Tripadvisor haben reagiert und Gegenmaßnahmen eingeleitet. Wir haben getestet, wie effizient diese sind.

Auch wenn die Beschreibung des Hotelkatalogs korrekt sein sollte: Die Wahrheit sieht meist anders aus, irgendwie anders (KONSUMENT-Cartoon von Rober Scheifler) 

Es ist eine schöne Beschäftigung: Wenn die Tage länger werden, beginnen viele Öster­reicher damit, Urlaubspläne zu schmieden. Wo soll’s hingehen? Und in welchem Hotel soll man absteigen? Dass die Menschen dabei im Internet über ihre Traumziele recherchieren, ist mittlerweile Usus geworden. Reiseseiten, Foren und Bewertungsportale sind beliebte Entscheidungshilfen bei der Frage, wohin zu fahren sich lohnt und wohin eher nicht.

HolidayCheck und TripAdvisor haben großen Einfluss

Dabei sind die Bewertungsseiten nicht nur die meistbesuchten Adressen. Lange Zeit haftete ihnen auch ein vertrauenswürdiges Image an. Leute, die einen Ort oder ein Hotel besucht haben, geben dort ihr Urteil darüber ab – unverfälscht und nicht von kommer­ziellem Interesse geleitet.

Hohe Klickraten und der Nimbus der Unabhängigkeit ver­halfen Domains wie HolidayCheck und TripAdvisor zu einem beträchtlichen Einfluss, wenn es darum ging, Leute von einem Urlaubs­ort zu überzeugen. Das ist der Tourismusbranche aufgefallen.

Unternehmen bewerten sich selbst

Es sprach sich unter Hoteliers herum, wie wichtig eine gute Bewertung auf diesen Seiten ist. Dann erkannten sie, wie leicht es ist, sich selbst gute, besser noch: phantastische Noten zu geben. Und bald gab es – auch hier in Österreich – eine Schar von Spezialisten, die den Beherbergungsbetrieben anboten, diesen Job zu übernehmen. Es entstand ein neuer Geschäftszweig, der sich ums sogenannte Online Reputation Management kümmert – um den Ruf, den ein Unternehmen im Internet hat.

Weiterempfehlung: Rate künstlich steigern

Bekommt so eine Agentur den Auftrag eines Hotels, dann wird sie dafür sorgen, dass die Weiterempfehlungsrate bei den Portalen steigt. Diese Prozentzahl ist die harte Währung auf den Internetseiten. Je näher sie der Hunderter-Marke kommt, desto besser. Auch auf die Zahl der Sterne kommt es an. Wer der Bestmarke am nächsten kommt, gilt als bester Betrieb ­seiner Klasse. Dazu kommen Beiträge, die gespickt sind mit mehr oder minder subtilen Schwärmereien über das Haus, dessen Annehmlichkeiten und dessen Umgebung.

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