Hundefutter

Risiko im Fressnapf

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Konsument 9/2006 veröffentlicht: 16.08.2006

Inhalt

  • 27 als Allein-Futter angebotene Produkte im Test
  • Trockenfutter kann sehr gut und sehr günstig sein
  • Gesundheitsrisiko für Welpen

 

Trend zu Trockenfutter

Trockenfutter macht Hundebesitzern das Leben angenehm: Es trägt sich viel leichter als Feuchtfutter, was die Rückenmuskeln und Bandscheiben von Frauchen und Herrchen schont; die aufwendige Reinigung von Dosen und Schalen entfällt, auch der Napf ist rascher gesäubert; und auf Reisen ist die Fütterung einfach zu bewerkstelligen. Der Trend zum Trockenfutter zeigt Wirkung: Österreichs Hundehalter und ihre rund 640.000 Vierbeiner können sich über ein immer breiteres Angebot an Produkten freuen. Doch ist auch wirklich alles drin, was Bello braucht?

27 Produkte im Test

Wir haben 27 Trockenfutter – 15 für erwachsene Hunde, 12 ohne Altersbeschränkung – getestet und dabei so manche Überraschung erlebt. Gleich sieben Produkte (siehe Tabelle) mussten mit „nicht zufriedenstellend“ beurteilt werden. Häufigster Beanstandungsgrund: Obwohl sie ohne Altersbeschränkung empfohlen werden, wurde bei fünf Produkten die Kalzium-Obergrenze für Welpen überschritten. Bei Jungtieren großwüchsiger Rassen können dadurch Skelettschäden entstehen.

Oft zu geringe Dosierung

Andere wichtige Inhaltstoffe fanden wir wiederum in zu niedriger Dosierung: So waren etwa bei Marengo Classic-Genuss die Vitamine A und E überhaupt nicht nachweisbar, bei Frolic complete mit Rind, Karotten und Getreide wich nicht nur das Verhältnis Kalzium – Phosphor erheblich nach unten ab, der Gehalt an Selen lag erheblich unter dem Bedarf, das Verhältnis von Linol- zu alpha-Linolsäure war ungünstig. Bei Schlecker/AS Aktiv Crox mit Fleisch und Getreide war der Selen-Gehalt zu gering, bei Yarrah Bio Ökologische Hundebrocken mit Huhn der Gehalt an Vitamin A.

Hoher Preis trotz schwerer Mängel

Wer „bio“ kauft, will sein Tier besonders gesund ernähren – dass gerade so ein Produkt schwere Mängel aufweist, ist besonders ärgerlich. Vor allem, wenn der Konsument für eine Tagesration (wir haben den Bedarf eines rund 15 Kilogramm schweren, erwachsenen Hundes bei geringer körperlicher Aktivität berechnet) auch noch stolze 85 bis 93 Cent hinblättern muss!

Auch billig kann gut sein

Zum Vergleich: Am billigsten futtert Bello bei Lidl/Gerodog Vollkost-Croquettes mit Rind und Gemüse Vollkost-Brocken – da kommt eine Tagesration auf 18 Cent, und dieses Futter konnte immerhin mit „gut“ beurteilt werden. Nur wenig teurer, nämlich auf 20 Cent pro Tagesration, kommt Edeka/Domino Vollwert Menü mit Rind, Geflügel und Mais, und dieses sehr günstige Produkt erreichte im Test sogar ein „sehr gut“. Ebenfalls mit „sehr gut“ beurteilen konnten wir Select Gold Adult mit Rind und Royal Canin Medium Adult sowie das Hofer-Produkt "Maximus".

 

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Bild: VKI