Hundekauf

Kaltschnäuzige Geschäfte

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KONSUMENT 10/2013 veröffentlicht: 25.09.2013

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Test: In Tierhandlungen dürfen wieder Hunde angeboten werden - und das Internet ist voll von Welpen-Inseraten. Doch wie vertrauenswürdig sind die tierischen Angebote?

(Kartoon: Leszek/VKI)  

Immer wieder sorgen Medienberichte über kranke und viel zu früh von der Mutter getrennte Hunde, die aus "Tierfabriken" in Osteuropa nach Österreich geschmuggelt werden, für Aufregung. Auch im Internet wimmelt es von Anzeigen, in denen Welpen angeboten werden – und seit 2008 ist auch der Verkauf von Hunden in Tierhandlungen wieder erlaubt.

Test: Hundekauf im Internet

Wir wollten testen, wie es bei solchen Verkäufen ums Wohl von Mensch und Hund bestellt ist. Vier Zoofachhand­lungen wurden von unserer Testperson – die angab, über keine Erfahrung mit Hunden zu verfügen – aufgesucht. Es waren dies "Cats & Pets" in der Shopping City Süd und im Stadion Center Wien, "Tier und Natur" in Wien Floridsdorf und "Pfotenstube Christa Guntendorfer" in Bruck an der Leitha. Des Weiteren kontaktierte sie je zwei Online-Anbieter auf den Internetplattformen www.willhaben.at und www.kijiji.at. Wobei sich die Hunde­verkäufer im Internet eigentlich gleich von vornherein disqualifiziert haben: Laut Gesetz dürfen Privatpersonen und Hobbyzüchter ihre Hunde nämlich gar nicht öffentlich feilbieten – auch nicht im Internet.

"Verschmuster Dackelwelpen Mischlinge acht Wochen"

Auf www.willhaben.at fand sich unter Code 63771451 dennoch folgende Anzeige: "Hallo, wir sind kleiner liebenswerter, absolut verschmuster Dackelwelpen Mischlinge acht Wochen alt, Unsere Mama ist Dackel und Papa mit Höchstwahrscheinlichkeit ein ­Beagle “ Die Testerin fand drei Dackelmischlinge in einer verfliesten Küche mit ­Zeitungspapier auf dem Boden vor, sie wirkten munter und gesund.

"Wurfunfall"

Auf die Frage nach Herkunft und Rasse gab der Verkäufer an, dass sein Bruder in der Slowakei eine Dackel- und Chihuahua-Zucht betreibe und der Wurf ein "Unfall“ sei. Wenn man unbedingt wolle, könne man sich anschauen, ­woher die Hunde kommen. Als Kaufpreis wurden 140 Euro veranschlagt.

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Wertung: 3 von 5 Sternen
9 Stimmen

Kommentare

  • Hundeleid abstellen
    von Retro am 10.10.2013 um 21:53
    Der Tipp von Konsument sollte heißen: "Nicht in einer Zoohandlung"! Tierleid in Ostfabriken ist hinlänglich bekannt. Die Chance, dass so ein Hund aus einer solchen Tierfabrik stammt, sollte 100% ausgeschlossen werden können. Ich finde es überhaupt schlimm, dass für Mischlinge so viel Geld verlangt wird. Solche Tiere sollten überhaupt nichts kosten dürfen. Dann ist der Handel auch gleich erledigt!
  • wenden Sie sich an eine gut geführte Tierhandlung
    von hhavlicek am 03.10.2013 um 20:51
    Keine gut geführte Tierhandlung verkauft Hundewelpen! Schade, dass Konsument es nicht schafft, hier den Misstand aufzuzeigen und vom Kauf von Hunden (und anderen Tieren) in Zoohandlungen abzuraten. Und das, obwohl bei dem Test ganz klar herausgekommen ist, dass die Herkunft der Zoohandlungswelpen NICHT NACHVOLLZIEHBAR IST und dem Käufer nicht mitgeteilt wird - was quasi gleichbedeutend mit "stammen aus tierquälerischer Welpenfabrik" ist, denn sonst könnten die "eigenen Züchter" ja genannt und besucht werden. Kein seriöser Züchter verkauft seine Tiere an eine Zoohandlung, ergo: in einer Zoohandlung bekommt man ausschließlich auf unseriöse und höchstwahrscheinlich auf tierquälerische Weise "produzierte" Hunde. Dass diese Praktik von Konsument nicht verurteilt, sondern noch beschönigt ("gut geführte Tierhandlung") wird, finde ich enttäuschend bis bedenklich!!!
  • Die Pfotenstube Christa Guntendorfer..
    von RomanM. am 26.09.2013 um 15:39
    ...ist sicher kein Platz wo man seinen Liebling kauft. Betreuung erfolgt meist durch ausländische Hilfsarbeiter, bei einem Besuch fiel ihr gar nicht auf das ein Chihuahua in einen Zwinger von nord. Hunden gelangte und von denen totgebissen wurde. Der lag sogar noch eine halbe Stunde später da drinnen! Außerdem machte sie bereits negative Schlagzeilen im TV in der Sendung Bürgeranwalt.
  • Hundekauf
    von wienerwohnen am 26.09.2013 um 13:22
    Niemals einen Welpen kaufen der ohne Muttertier gezeigt wird. Ohne Hündin keine Welpen!! Wenn nur die Welpen gezeigt werden und die Mutterhündin nicht gezeigt werden kann - auch diverse Ausreden sind hier an der Tagesordnung - Finger weg! Solche Welpen stammen mit großer Wahrscheinlich aus Massenzuchten aus dem Osten! Auch wenn angeboten wird, auf Wunsch andere Rassen "besorgen" zu können, sollten bereits die Alarmglocken schrillen!
  • nachgereichter Stammbaum
    von wienerwohnen am 26.09.2013 um 13:17
    Ich habe vergessen zu erwähnen: Dies gilt natürlich nur für reinrassige Hunde - Mischlinge haben ohnehin keinen Stammbaum!
Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo