Kindergetränke und Süßigkeiten: Alarmierend viel Zucker und unnötige Farbstoffe

Genießen mit Vorsicht

Seite 1 von 14

Nächsten Inhalt anzeigen
veröffentlicht: 24.10.2007

Inhalt

Kinder lieben bunte Aufmachungen und Formen. Das machen sich die Hersteller von Kindergetränken und Süßigkeiten zu Nutze. Wir wollten wissen, ob die speziellen Kinderprodukte der Gesundheit der Kleinen zuträglich sind.

Lustig und bunt: Das spricht Kinder an

Wer schon einmal mit Kindern im Supermarkt unterwegs war, weiß: Um die Palette an Kinderprodukten mit ihrer fröhlich bunten Aufmachung führt kein Weg vorbei. Disney-Bilder und andere Comic-Figuren lächeln von den Fläschchen und Päckchen, oder die ganze Verpackung kommt als Bärli daher. Und zusätzlich ziehen die bunten Farben die jungen Interessenten in ihren Bann.

15 Kindergetränke unter der Lupe

Wir waren einkaufen und haben uns in Zusammenarbeit mit dem TV-Magazin "Konkret" 15 Kindergetränke näher angesehen. Bei den untersuchten Getränken handelt es sich um Fruchtsaft- und Erfrischungsgetränke sowie Limonaden. Die Fruchtsaftgetränke enthalten zwischen 10 Prozent und 30 Prozent Obstsaft. In den Erfrischungsgetränken und Limonaden muss kein Obst enthalten sein. Je geringer jedoch der Fruchtanteil, desto mehr Zusatzstoffe sind für den Geschmack nötig.

Alarm beim Zuckergehalt

Das auffälligste Ergebnis: Der Zuckergehalt ist alarmierend hoch. Der durchschnittliche Zuckeranteil beträgt 7,7 Gramm pro 100 Milliliter. In Würfelzucker ausgedrückt, bedeutet das durchschnittlich zwei Würfelzucker pro 100 Milliliter. Das sind immerhin 5,3 Stück pro Packung von 0,2 bis 0,5 Liter.

Bei mehr als zwei Drittel der untersuchten Getränke schlucken die Kleinen zwischen fünf und acht Stück Würfelzucker bei Portionen mit 200 bis 330 Milliliter. Und Eltern dürfen davon ausgehen, dass Kinder von diesen Getränken nur selten etwas übrig lassen. An der Spitze steht Peach Paradise von Rauch Yippy mit 2,9 Stück Würfelzucker pro 100 Milliliter.

Kindergetränke sind Süßigkeiten

Für die mit den Produkten angesprochene Zielgruppe der Vorschul- und Schulkinder sind das enorme Zuckermengen. Immerhin sollten Vier- bis Siebenjährige nicht mehr als 36 Gramm Zucker pro Tag zu sich nehmen, also höchstens 10 Prozent ihrer täglichen Energieaufnahme. Das entspricht neun Stück Würfelzucker. Wenn ein Getränkepackerl schon mehr als die Hälfte des täglich erlaubten Süßigkeitsbedarfes abdeckt, ist Vorsicht beim Verteilen zusätzlicher Naschereien angebracht. Den Kindern ist nämlich nicht klar, dass ein Kindergetränk als Süßigkeit gilt.

Süßstoffe: Überdosierung möglich

Einigen Säften, die weniger Zucker enthalten, haben die Hersteller mit künstlichen Süßstoffen auf die Sprünge geholfen. Trinkbärli enthält beispielsweise nur Süßstoffe. Auf den ersten Blick erscheint der Einsatz von Süßstoffen als Vorbeugung gegen Karies sinnvoll. Süßstoffe sind jedoch nicht unbedenklich für Kinder: Schon ein Liter eines Getränkes mit Süßstoff enthält die für Volksschulkinder verträgliche Menge pro Tag. Da jedoch zusätzlich viele Zuckerln, Kaugummis und Milchprodukte Süßungsmittel enthalten, kann es zu einer Überdosierung kommen. Der Verzicht auf Light-Getränke ist daher eine sinnvolle Vorsichtsmaßnahme.

Bewertung

Wertung: 4 von 5 Sternen
1 Stimme
Weiterlesen
Bild: VKI