Kinderschuhe

Zu knapp gemessen

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Konsument 9/2005 veröffentlicht: 18.08.2005

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  • Die Größenkennzeichnung stimmte nur bei jedem vierten Modell
  • Alle anderen Schuhe waren kleiner als angegeben
  • Auch auf große Namen ist kein Verlass

Eltern sollten entscheiden

Je jünger der Nachwuchs, desto anstrengender der Schuhkauf. Nicht nur für die Kleinen sondern auch für die Eltern. Bei der Modellwahl gehen die Meinungen oft auseinander: Geht es nach den Kindern, ist es jenes Modell, das optisch am meisten hergibt. Geht es nach den Eltern, ist es eines, das gut passt. Doch ob ein Kinderschuh rundum gut sitzt, können zwar Erwachsene für sich selbst feststellen, Kleinkinder aber nicht, da ihr Nervensystem noch nicht ausgereift ist.

Fußschäden programmiert

Ob ein Kinderschuh zu klein ist oder drückt – sie spüren es einfach nicht. Zu kleine, genauer gesagt zu kurze Straßenschuhe tragen zwei von drei Kindergartenkindern, zu kurze Hausschuhe sogar an die neun von zehn. Das hat ein Forschungsprojekt der Universität Wien ergeben. Wenn Kinder längere Zeit zu kleine Schuhe tragen, können Fußschäden, insbesondere Fehlstellungen der Großzehen, die Folge sein.

Die Größe prüfen

Egal, was auf der Schuhschachtel steht – die Größe muss überprüft werden. Ein Schuh ist dann groß genug, wenn er innen 12 bis 17 Millimeter länger ist als der Fuß. Ob das der Fall ist, können Sie mit Ihrem Daumen feststellen: Ihr Kind zieht die Schuhe an und steht auf. Sie probieren, ob zwischen längster Zehe und Schuhspitze noch eine Daumenbreite Platz ist. Kontrollieren Sie dabei mit der anderen Hand, ob die Zehen Ihres Sprösslings ausgestreckt sind. Denn Kinder ziehen sie oft automatisch ein, sobald sie Druck spüren. Übrigens: Rechter und linker Fuß sind nur selten gleich lang. Machen Sie die Daumenprobe daher immer bei beiden Füßen.

Selber basteln und testen

 

Und was ist etwa bei Kinderschuhen mit verstärkter Zehenkappe, bei denen die Daumenprobe nicht funktioniert? Hier brauchen Sie eine Schablone, die Sie selbst anfertigen: Ihr Kind stellt sich dazu barfuß auf festen Karton. Sie ziehen nun die Umrisse der Füße mit einem Stift nach, fügen jeweils bei der längsten Zehe 12 Millimeter hinzu und schneiden den Karton aus. Passt die Schablone des längeren Fußes problemlos in den Schuh, ist er groß genug.

Größenangaben nicht einheitlich

Hat das gewählte Modell herausnehmbare Einlagesohlen, funktioniert die Größenkontrolle am einfachsten. Dazu braucht Ihr Kind sich nur auf die aus dem Schuh genommene Sohle zu stellen.
Sie haben doch ein passendes Modell gefunden? Aber der Nachwuchs braucht nicht nur dieses, sondern noch ein Paar? Sie meinen, Ihrem Kind die abermalige Prozedur des Anprobierens ersparen zu können, denn schließlich gibt es ja Größenangaben?

Mess-Schienen nur bedingt hilfreich

Ein Modell blindlings in der gleichen Schuhnummer zu kaufen, die sich bei einem anderen als richtig erwiesen hat, davon raten wir dringend ab. Es gibt zwar eine Norm, die vorgibt, wie groß Kinderschuhe bestimmter Größenkennzeichnung innen jeweils sein sollten; in der Praxis – das zeigt unser Test – stimmen angegebene und tatsächliche Größe selten überein. Und deswegen sind auch die in den Geschäften verwendeten Mess-Schienen meist nur wenig hilfreich: Mit ihnen wird zwar eine Schuhgröße ermittelt, bei welchen Modellen aber die angegebene mit der tatsächlichen und letztere wiederum mit der gemessenen Größe übereinstimmt, bleibt offen.

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Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo