Rechtschreib-Duden

Alles oder nichts

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KONSUMENT 2/2014 veröffentlicht: 30.01.2014

Inhalt

"Hinter den Vorhang" schicken wir Unternehmen, die nicht sehr entgegenkommend waren oder nur wenig Kulanz zeigten. - In diesem Fall ein Rechtschreib-Duden-"Bundle" aus drei Komponenten (Buch, CD, App). Sie können nur im Paket, aber nicht einzeln erworben werden.

Zugegeben: Es mag nicht ganz fair erscheinen, ein Unternehmen wegen eines günstigen Angebotes hinter den Vorhang zu stellen. Seit Kurzem verkauft der Dudenverlag in seinem Onlineshop nämlich "Die deutsche Rechtschreibung“ für nur 24,99 Euro (zzgl. Porto) im "Bundle“. Das Paket besteht aus dem gedruckten Buden-Buch, der der Duden-Rechtschreibsoftware für Microsoft Office unter Windows und der Wörterbuch-App für Smartphones und Tablets unter Android und iOS. So weit, so gut und günstig.

"Ich will kein Buch von Duden, nur die Software"

Herr Fried, ein langjähriger Nutzer der Rechtschreibsoftware, war im Zuge eines Computertausches auf die neue Office-Version 2013 umgestiegen. Da die ältere Duden-Rechtschreibsoftware damit nicht kompatibel war, wollte er die aktuelle Version erwerben, hatte aber keinen Bedarf am Buch oder an der App. Diesen verständlichen Wunsch teilte er dem Duden-Kundenservice auch mit, stieß dort aber auf taube Ohren.

"Bedauern kein anderes Angebot machen zu können"

"Wir bedauern, dass Sie am Bundle zur neuen Auflage des `Duden – Die deutsche Rechtschreibung´ nicht interessiert sind. Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit wird die neue Version der Korrektursoftware leider nur noch als Bestandteil dieses Pakets angeboten. Wir bedauern, Ihnen kein anderes Angebot machen zu können", lautete die Antwort.

Ist das wirklich wirtschaftlich?

Wobei man wissen muss, dass ohnehin keine CDs oder DVDs mehr gebrannt werden, sondern sich im Inneren des Buches ein Code befindet, der den Zugang zum Software-Download ermöglicht. Was die Frage aufwirft, worin die Wirtschaftlichkeit liegt, wenn man sich kostenpflichtig ein vielleicht gar nicht benötigtes Buch zuschicken lassen muss, um diesem den Downloadcode zu entnehmen.

Wäre es nicht wirtschaftlicher, eine bestimmte Anzahl von Codes nicht mit der Druckausgabe zu verknüpfen, sondern für ein paar Euro weniger für jene Kunden bereitzuhalten, die partout kein Buch haben möchten?

Berechtigte Kundenwünsche

Der Dudenverlag wirbt damit, dass in die aktuelle Auflage 5.000 neue Wörter, darunter zahlreiche Vorschläge privater Nutzer, aufgenommen wurden. Warum endet diese begrüßenswerte Flexibilität dort, wo berechtigte Kundenwünsche beginnen?

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