Reiseversicherungen

Von sinnvoll bis entbehrlich

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KONSUMENT 5/2013 veröffentlicht: 23.04.2013

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Reiseversicherungen können je nach Urlaubsziel sinnvoll sein. Manche Risiken werden durch andere private Versicherungen besser gedeckt.

Wenn einer eine Reise tut, so hat er etwas zu erzählen – speziell dann, wenn sie nicht ganz so verläuft wie geplant. Schiefgehen kann jede Menge, und das bereits vor Reiseantritt. Zum Beispiel, wenn Flug und Unterkunft schon lange gebucht oder bezahlt sind und dann wird einer der Beteiligten so krank, dass an ein Wegfahren nicht zu denken ist. Oder das Pech schlägt während des Urlaubs zu, etwa mit einem Stolperer beim Abend­spaziergang, durch den man mit gebrochenen Knochen im nächstgelegenen Krankenhaus landet.

Stornos, Medizinische Hilfeleistungen

Damit wären auch schon die zwei bedeu­tendsten Fälle genannt, in denen private Reiseversicherer ihren großen Auftritt haben: Mengenmäßig entfallen die meisten ihrer ­Leistungen auf Stornos, am kostspieligsten sind hingegen die Einzelzahlungen für medi­zinische Hilfeleistungen. Sollten diese beiden Risiken daher in jedem Fall privat versichert sein, wenn man ins Ausland fährt?

Last-Minute, Übersee oder Städteurlaub in der EU

Nein, denn wenn Sie einen Last-Minute-­Urlaub buchen, brauchen Sie kein Komplettpaket mit Stornoversicherung. Und wenn Sie einen Städteurlaub in der Schweiz oder in Deutschland planen, sind Sie wahrscheinlich mit der e-card gut aufgehoben (siehe rechts "Europäische Krankenversicherungskarte").

Andererseits gibt es Länder, in denen etwa eine Reisekrankenversicherung verpflichtend ist (z.B.Kuba), oder auch Destinationen, wo sie zwar nicht vorgeschrieben, aber höchst empfehlenswert ist – etwa in den USA, die für besonders hohe Behandlungs­kosten in Spitälern berüchtigt sind.

Versicherungsschutz: modulartige Angebote

Ob und welche Form der Reiseversicherung sinnvoll ist, hängt sehr stark von Art und Ziel der Reise und von den persönlichen Rahmenbedingungen ab. Vorteilhaft an Reisever­sicherungen ist, dass sie meist modulartig angeboten werden. Das heißt, Sie können den Versicherungsschutz je nachdem auswählen, wo das für Sie größte Risiko besteht. Planen Sie zum Beispiel eine besonders ­kostspielige Reise, dann kann der Baustein "Reisestorno-, Abbruchs- und Umbuchungsversicherung" vor schlimmen Enttäuschungen schützen.

"Keine Lust mehr" ist kein Stornogrund

Aber sehen Sie sich die Be­dingungen genau an: Oft kann nur unter ­bestimmten Voraus­setzungen wie Kündigung, Unfall, (schwere) Krankheit des Ver­sicherten oder der Ange­hörigen, Schwangerschaft oder Auflösung der Lebens­gemeinschaft storniert werden. Bei Maturareisen, oft lange vorher gebucht, muss das Nichtbestehen der Reifeprüfung ausdrücklich als Stornogrund genannt ­werden!


 

 

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Kommentare

  • Reiseversicherung
    von der besserwisser am 27.04.2013 um 15:37
    ich habe seit Jahren eine Reise-Jahres-Komplettschutz-Versicherung von der Europ. Reiseversicherung die ich nur empfehlen kann. Die - leider aus Krankheitsgründen mehrfach erfoderlichen Leistungen wurden ohne Probleme und promptest erbracht. Da es für diese Art des Versicherungsschutzes (Ganzjahresreiseversicherung mit Komplettschutz) kaum eine Alternative gibt, soll dies keine Werbung sondern lediglich eine Wertung sein.
  • Reiseversicherungen ohne Rechtsschutz ?
    von Quednau am 25.04.2013 um 17:28
    Zu einem Reiseversicherungspaket gehört- vor allem bei Urlaubsreisen außerhalb der EU - meiner Meinung nach auch eine entsprechende Rechtsschutzversicherung.
Bild: VKI