Skigebiete: immer größer

Bitte ohne Zwang!

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KONSUMENT 12/2012 veröffentlicht: 29.11.2012

Inhalt

Eine Zeit lang schien es, als hätte die Einsicht Oberhand gewonnen, dass eine intakte Landschaft das wichtigste Kapital des heimischen Tourismus ist. Doch jetzt werden die Stimmen derer wieder lauter, die keine Grenzen für die Vermarktung der Natur akzeptieren wollen. - Ein Kommentar von KONSUMENT-Redakteur Peter Blazek.

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 E-Mail: Peter Blazek

"Die Zeit der kuscheligen Privat-Skigebiete ist vorbei", polterte unlängst Seilbahn-Sprecher Franz Hörl im Gespräch mit der Tiroler Tageszeitung. So sollen die meisten kleineren Gebiete im Nahbereich von Innsbruck (wie z.B. Axamer Lizum, Schlick, Muttereralm, …) durch Zusammenschlüsse ihren bisherigen Charakter verlieren. Die Landeshauptstadt brauche eine moderne und große Skiregion, heißt es.

Innsbruck: in Stadtnähe Ski fahren

Ob das auch die Innsbrucker so sehen, steht auf einem anderen Blatt. Bisher konnten sie auch für ein paar Stunden in Stadtnähe Ski fahren, und das zu einem sehr günstigen Preis. Bei einer Zusammenlegung würden die Preise vermutlich in die Höhe schnellen, auch für jene, die das vergrößerte Angebot nicht in Anspruch nehmen können oder wollen. Viele Touristiker wittern das große Geschäft. Die neuen Reichen aus China, Indien oder Brasilien sollen gewonnen werden.

Familien können Lust am Skilauf verlieren

Dass gleichzeitig immer mehr Familien die Lust am Skifahren verlieren, weil sie sich die damit verbundenen Kosten nicht mehr leisten können oder weil sie Ruhe und Erholung statt Lärm und Hektik suchen, das wird geflissentlich übersehen.

Keine Frage, es gibt eine Menge Skifahrer, die sich für Mega-Skiregionen begeistern können und auch bereit sind, dafür zu bezahlen. Doch der einstige Volkssport Nummer eins droht immer weiter zu schrumpfen, wenn nicht auch die Bedürfnisse anderer großer Bevölkerungsgruppen befriedigt werden.

Zwang zum 1000-km-Skipass

Der Zwang zum 1000-km-Skipass ist alles andere als kundenfreundlich. Und er macht kleinere Skigebiete um nichts attraktiver. Statt sich in einen aussichtslosen Konkurrenzkampf mit Mega-Skidorados zu stürzen, sollten sie sich besser ihrer eigenen Stärken besinnen. Manche haben es erkannt, wie auch ein Blick auf unsere Markterhebung zeigt.

Lesen Sie unseren Preisvergleich Skigebiete 12/2012 und unseren Test Skihelme 12/2012.

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Kommentare

  • Tu Felix Austria!
    von raika am 03.12.2012 um 11:40
    Wir sind ja so "intelligent" ... in Thailand habe ich mir einen Wasserfall in einem Naturschutzgebiet angeschaut. Der Preis für Touristen war ca. 5 EUR, für Thai´s ca 50 cent ... aber in Österreich dürfen wir das ja nicht, ja wir wollen es ja gar nicht, das wir auf "INLÄNDER" schauen ... das wäre ja ein GROBES vergehen ... irgendwann wird die Schallmauer durchbrochen sein und der Durchschnitts Österreicher kann sich einen Schiurlaub nicht mehr leisten ... dann wird wieder großes gejammere von der Touristik laut werden ... aber weiter so ... "Frisch, fromm, fröhlich"
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