Spielzeughersteller im Ethik-Test

Kein Blut, doch Schweiß und Tränen

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Konsument 12/2004 veröffentlicht: 15.11.2004

Inhalt

  • Verdeckte Interviews mit Arbeitern in sechs chinesischen Fabriken
  • Besonders schlecht sind die Bedingungen unter Disney
  • Lego wird am besten bewertet, gefolgt von Mattel (Barbie-Puppe)

Strengste Sicherheitsmaßnahmen

Die drei Besucher wurden von sechs Managern und mehreren Sicherheitskräften begleitet. Es war unmöglich, ohne Begleitung auch nur auf die Toilette zu gehen. Jeder Kontakt mit einem Angestellten, jede Notiz, die ein Besucher machte, wurde zumindest von einer der Begleitpersonen beobachtet. Mit Sprechfunkgeräten ausgerüstete Männer gingen voran und informierten die Abteilungen im Voraus über das baldige Eintreffen der Gäste.

Ein Besuch in Fort Knox, der legendären Hochsicherheitsanlage, in der die USA ihre Goldvorräte lagern? Nein, es handelt sich um eine Spielzeugfabrik in Guangdong/China, in der Power Rangers und Tamagotchi für die Kinder der (westlichen) Welt produziert werden.

Andere Spielzeughersteller lehnten ab

Und da haben die drei Besucher in dem für den japanischen Bandai-Konzern arbeitenden Werk noch Glück gehabt, alle anderen Spielzeughersteller lehnten Werksbesichtigungen von vornherein ab (Ausnahme: Lego).

Besichtigungen und Interviews

Die europäischen Verbraucherorganisationen (darunter der VKI), die seit rund zwei Jahren die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen unter die Lupe nehmen, haben diesmal die Direktvariante gewählt. Den großen Markenfirmen der Spielzeugindustrie (Hersteller und Lizenzgeber) sollte nicht wie üblich durch Befragung der Konzernzentrale und Auswerten aller zugänglichen Informationen auf den Zahn gefühlt werden, sondern durch Ermittlungen vor Ort – durch Besichtigung von Produktionsstätten in der Dritten Welt und Interviews mit betroffenen Arbeitern.

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