24-Stunden-Betreuung

Holpriger Weg zu guter Pflege

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KONSUMENT 9/2012 veröffentlicht: 28.08.2012, aktualisiert: 25.10.2012

Inhalt

Altenpflege: Anbieter von 24-Stunden-Pflege - das zeigt unsere Erhebung - lassen sich nur ungern in die Karten schauen. Was man vor einer Vertragsunterzeichnung mit einem Pflegedienst unbedingt beachten sollte.

Die Lebenserwartung in Österreich steigt, und immer mehr betagte Menschen wollen den letzten Lebensabschnitt in den eigenen vier Wänden verbringen.

Heimhilfe rund um die Uhr

Viele Betroffene sind auf eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung angewiesen, dies ist meist nur mit professioneller Unterstützung möglich. In Österreich bieten dazu Dutzende von Agenturen und Vereinen ihre Dienste an. Da ist es schwer, den Überblick zu bewahren, zumal Angebot und Kosten – wie unsere Umfrage in KONSUMENT 2/2012 bereits zeigte – höchst unterschiedlich und teilweise undurchsichtig sind.

20 Pflegeanbieter kontaktiert

Damals hatten wir Pflegeanbietern in ganz Österreich einen Fragebogen zukommen lassen, wir mussten uns also auf deren Angaben verlassen. In unserer aktuellen Erhebung wollten wir herausfinden, wie es einem Kunden ergeht, der nach einer geeigneten 24-Stunden-Betreuung sucht.

Werden wichtige Informationen zu Leistungen und Kosten gegeben, erhält man auch ein schriftliches Angebot? Unsere Testperson kontaktierte insgesamt 20 zufällig ausgewählte 24-Stunden-Pflegedienste. Für ein betagtes Familienmitglied mit Pflegestufe III sollte eine 24-Stunden-Betreuung im ländlichen oberösterreichischen Raum gefunden werden.

Hilfswerk: kein Anschluss unter dieser Nummer

Bereits der Versuch der telefonischen Kontaktaufnahme erwies sich einige Male als Stolperfalle. Bei einem kleineren Anbieter in Oberösterreich war die angegebene Rufnummer falsch. Bei der Hilfswerk Dienstleistungs- GmbH in Wien versuchten wir unser Glück über die auf der Homepage genannten beiden Rufnummern vergebens.

Nach fünf erfolglosen Versuchen (eine Sprachbox war nicht aktiviert), kontaktierten wir das Hilfswerk Österreich direkt. Dort wurde angeboten, die Anfrage weiterzuleiten. Der versprochene Rückruf erfolgte jedoch nie, was uns verwunderte, da es sich um einen der in Österreich bekanntesten Anbieter handelt. Eine andere Organisation gab an, nur in Wien und Nieder­österreich tätig zu sein und empfahl uns, Hilfswerk, Volkshilfe oder Caritas zu kontaktieren.

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Kommentare

  • 24-Stunden-Betreuung
    von kzeilinger am 03.07.2014 um 23:36
    Der letzte Test über Vermittlungsagenturen betreffend 24-Stunden-Betreuung liegt schon etwas länger zurück, bei der Gegenüberstellung von der Ausgabe 2/2012 waren ein großer Anbieter (Hilfswerk) leider nicht bei der Auswertung dabei, weil von diesem kein Angebot gelegt wurde und andere damals kleine Anbieter (Elsner Pflege) sind mittlerweile bereits österreichweit mit besserem Service tätig. Vielleicht macht es Sinn da wieder einmal nachzufragen?
  • Fonds Soziales Wien und Sozial Global
    von Wos_wor_mei_Leistung? am 29.08.2012 um 17:19

    Meine alte Mutter brauchte nach einem Sturz Betreuung. In unserem Fall wies uns der Fonds Soziales Wien (FSW) den Anbieter Sozial Global zu. Ich frage die Dame vom FSW warum uns automatisch Sozial Global geschickt wird und nicht z.B. das Hilfswerk oder die Caritas oder eine andere Organisation. Die Frage mochte die Dame vom FSW gar nicht, da war sie irritiert. Also wenn ich garantieren könne, kam dann scharf zurück, dass die andere Organisation rasch eine Heimhilfe mit entsprechender Qualifikation in der Wohngegend stellen könne, dann wäre das schon möglich. Der Ärger über meine sachliche Frage war unüberhörbar. Nächster Schritt: Die Dame von Sozial Gobal klärt in einem Gespräch in der Wohnung meiner Mutter Ausmaß und Details der Betreuung (ich bin dabei). Das war alles ordentlich und korrekt (ist ja nicht immer leicht mit den alten Leuten). Zuletzt gibt sie meiner Mutter den Vertrag zum Unterschreiben. Jetzt braucht meine Mutter aber – schließlich ist sie die Kundin und sie unterschreibt den Vertrag – viel Zeit, bis sie was versteht. Sie ist nicht dement aber langsam. Ich hab dann gesagt: Bevor wir unterschreiben möchte ich den Vertrag lesen, verstehen und meiner Mutter erklären – und dann gibt es die Unterschrift. Wir unterschreiben ihn sicher, keine Sorge, aber ich möchte ihn erst lesen. Morgen bekommen sie ihn. Darauf hin war die Dame von Sozial Global sehr irritiert, wirklich von den Socken. Das sei das erste Mal, dass jemand das verlangt. Nein, also das sei eigentlich nicht vorgesehen. Dann kam noch was mit Fristen, was ich nicht kapiert habe. Und noch einmal: schwierig, schwierig, gerunzelte Stirn, Kopfschütteln, heftige Körperbewegungen. Die Dame war durchaus in Ordnung, die war keineswegs ungut. Ich war nicht in Ordnung, ich war ungut. Ich wollte den Vertrag lesen.

Bild: VKI