3% NOK Fixzinsanleihe der Volksbank AG 2012-2015

Schwache Performance

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veröffentlicht: 21.08.2012

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Nicht-Euro-Währungen sind derzeit ein heißes Thema. Die Volksbank legt daher eine Anleihe in norwegischen Kronen auf. Die Rendite ist nicht berauschend.

Die Zinserträge bei so genannten sicheren Veranlagungen sind extrem gering. Immer wieder ist von einem Zusammenbruch des Euro zu lesen. Die Anleger sind stark verunsichert und interessieren sich zunehmend für europäische Nicht-Euro-Währungen. Daher hat die Volksbank AG eine Anleihe in Norwegischen Kronen (NOK) aufgelegt. Norwegen ist wegen seiner Erdölvorkommen ein reiches Land mit stabiler Währung.

Arme Bank statt reichem Land

Man könnte meinen, hier handele es sich um eine Anleihe des norwegischen Staates. Das ist jedoch falsch: Wer diese Anleihe kauft, borgt sein Geld nicht dem reichen Norwegen, sondern der bekannt brustschwachen Volksbanken AG. Dieses Geldinstitut musste aufgrund schwerer Verluste erst vor kurzem teilverstaatlicht werden. Für Zins- und Kapitalrückzahlung haftet die Volksbank AG. Eine Anleihe unterliegt auch nicht der Einlagensicherung, die Spargelder in Höhe von 100.000 Euro je Anleger und Bank absichert.

Der Prozentsatz sagt nicht alles

Die Anleihe läuft zweieinhalb Jahre (vom 10.9.2012 bis 9.3.2015). Die Nominalverzinsung beträgt 3 Prozent jährlich, der Ausgabeaufschlag einmal 1 Prozent. Daraus errechnet sich eine Rendite von 2,59 Prozent für den Endfälligkeitstag (bei Kauf zu 100 % + 1 % Ausgabeaufschlag, der auf die Laufzeit verteilt wird).

Leider sind wir hier zwar im Produktblatt bei der Renditeberechnung am Ende, nicht jedoch in der Realität der Anleger. Zuerst einmal ist die Erkenntnis wichtig, dass der Zinskupon von 3 % der Kapitalertragssteuer unterliegt und der Ausgabeaufschlag nicht steuerlich angerechnet werden kann. Ab 2012 gibt es zwar einen Verlustausgleich, jedoch kann nicht als sicher angenommen werden, dass im Fälligkeitsjahr 2015 dem Verlust des Ausgabeaufschlags auch Gewinne gegenübergestellt werden können.

Ernüchternde Rechnung

Wir rechnen daher im ersten Schritt:

Zinssatz 3 % p.a. mal 2,5 Jahre  
- abzgl. 25 % KEST
= Zinsergebnis vor Kosten
- abzgl. Ausgabeaufschlag
= Zinsergebnis nach Aufschlag
= 7,500 % Zinsertrag gesamt
- 1,875 % Kapitalertragssteuer
= 5,625 %
- 1,000 % Ausgabeaufschlag
= 4,625 %


Dies ist jedoch das Ergebnis für 2,5 Jahre. Dividiert man die 4,625 % durch 2,5 Jahre, so ergibt dies eine (vorläufige) Rendite von 1,85 % nach Steuern und Ausgabeaufschlag pro Jahr.

Weitere Kostenbelastung

Leider sind wir immer noch nicht ganz fertig. Beim Kauf und der Verwahrung dieser Anleihe fallen ja schließlich zusätzliche Kosten an, die Sie bei einer Veranlagung in ein Sparprodukt nicht hätten. Dies sind:

  • Spesen für den Währungswechsel.
    Da wir von einem Wechsel von Euro in die Norwegische Krone und zurück ausgehen, entspricht dies der prozentualen Differenz zwischen dem Devisen-Ankaufskurs und dem Devisen-Verkaufskurs der Bank. Also per 1. August: 7,285 – 7,215 = 0,07. Diese niedrigen 0,07 sind jetzt 0,97 Prozent ((0,07 / 7,215) mal 100) des Anlagebetrages.
     
  • Spesen für Anleihenverwahrung.
    Dafür verrechnet die Bank die so genannte Depotgebühr in Höhe von 0,25 Prozent p.a. plus Mehrwertsteuer, d.h. 0,30 Prozent pro Jahr. Dies sind dann bei 2,5 Jahren insgesamt 0,75 %. Bei kleineren Depots fällt eine Mindest-Depotgebühr von 30 Euro an.
     
  • Weil  die Anleihe die Zinsenzahlung und Kapitalrückzahlung in Norwegischen Kronen leistet, ist zusätzlich ein Fremdwährungskonto erforderlich, das meist auch Spesen verursacht. Hier wurden uns 16 Euro im Quartal, also 160 Euro für zweieinhalb Jahre (10 Quartale) plus Buchungskosten genannt.

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Bild: VKI