Allianz AlpinSafe

Versichern via App?

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veröffentlicht: 13.01.2014

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Nach der Garanta bietet nun auch die Allianz eine Kurzzeit-Bergekostenversicherung via Handy-App. Eine gute Unfallversicherung für das ganze Jahr ist und bleibt die bessere Alternative.

Kurz vor Jahreswechsel kam die Allianz-Versicherung mit einem verlockenden Angebot für spätentschlossene, skifahrende Smartphone-Benutzer auf den Markt. Noch auf dem Weg zur Skipiste kann man via App eine Unfallversicherung abschließen, die bereits eine Stunde nach Abschluss in Kraft tritt.

Das "Allianz AlpinSafe"-Paket

Das "Allianz AlpinSafe"-Paket enthält eine einwöchige Basisdeckung aus der Unfallversicherung (bis 1.000 Euro), die auch einen Kostenersatz für Such- und Bergungskosten (bis 10.000 Euro) inkl. Helikoptereinsätze beinhaltet. Der Versicherungsschutz endet nach sieben Tagen automatisch. Das Paket kostet 5 Euro.

Teure Hubschrauberbergung

Der Bedarf ist sicher vorhanden. Pro Saision verletzen sich an die 50.000 Menschen beim Skifahren oder Snowboarden so schwer, dass sie ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen. Etwa jeder Zehnte wird mit dem Hubschrauber ins Spital gebracht, wodurch Kosten von rund 3000 Euro entstehen. Und nur 50 Prozent der Betroffenen haben eine private Unfallversicherung, die die horrenden Bergekosten abdeckt.

Versicherungs-App auch bei Garanta

Die Allianz-App richtet sich an smartphone-affine Nutzer. Mit einem ähnlichen Produkt ist seit dem letzten Jahr die Garanta am Markt. Die Grundaussagen sind die gleichen. (Mehr dazu: Garanta Wintersport-Versicherung 1/2013)

Kein Ersatz für Unfallversicherung

Sich Gedanken über das Risiko eines Unfalls und die Vorsorge für mögliche Unfallfolgen zu machen, ist durchaus zu empfehlen. Allerdings sollte man nicht im letzten Moment abschließen. Wenn es bereits passiert ist, kommt auch ein Versicherungsabschluss via App zu spät – man muss ihn spätestens eine Stunde davor durchgeführt haben. Und gedeckt sind nur die unmittelbaren Kosten, nicht aber Kosten, die im Gefolge eines Unfalles entstehen könnten, etwa für Rehabilitation bzw. dauerhaft bleibende Invalidität.

Alle Freizeitaktivitäten betrachten

Außerdem lohnt es, sich Gedanken über seine Freizeitaktivitäten insgesamt zu machen und nicht nur über einen bevorstehenden Skiurlaub. Die Fragen, die gestellt werden sollten: Habe ich vielleicht schon Versicherungsschutz für Hubschrauberbergung z.B. über die Mitgliedschaft in einem alpinen Verein? Wie bin ich oder wie sind meine Kinder abgesichert, sollte ein Skiunfall mit Dauerfolgen passieren?

Mobile Versicherung für den einzelnen Skitag mag zwar eine nette Spielerei für Smartphonebesitzer sein und kann auch etwas bringen, wenn die Grundsatzüberlegungen noch nicht angestellt wurden und noch kein privater Unfallversicherungsschutz gegeben ist. Allerdings sollte man spätestens nach dem Skiurlaub eine Gesamtanalyse durchführen. Denn nicht nur auf der Piste lauern Unfallgefahren!

Invaliditätsleistungen inkludiert?

Wir raten zum persönlichen Check:

  • Habe ich eine private Unfallversicherung und wenn ja, sind auch die Bergekosten damit ausreichend abgedeckt?
  • Sind ausreichend Invaliditätsleistungen inkludiert, die im schlimmsten Fall – einer andauernden Beeinträchtigung – die Lebenshaltungskosten abdecken?

Jedenfalls sollte für die ganze Familie vorgesorgt werden. Und der gesamte Freizeitbereich für das ganze Jahr sollte abgedeckt sein, nicht der einzelne Ausflug auf die Skipiste.

Wir meinen: Der Versicherungsbedarf sollte nicht auf dem Weg zur Piste gecheckt werden. Es ist ratsam, sich das schon zuvor zu überlegen. Und wer einmal eine umfassende Unfallversicherung für den Freizeitbereich besitzt, braucht sich nicht von smarten App-Versicherungen blenden zu lassen.


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