Altersvorsorge: Wie gut ist die Beratung?

Schwache Performance

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KONSUMENT 8/2012 veröffentlicht: 24.07.2012

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Beratung in der Altersvorsorge: Je unerfahrener der Anleger, das zeigt unser Test, desto schlechter die Beratung. Wer sich für Pensionsvorsorge interessiert, muss sehr genau wissen, was er will. Finanzberater informieren nicht, sie verkaufen. 

Die Erwartungen unserer vier Tester waren hoch: Insgesamt 40 Anlageberater galt es abzuklappern, um sich zu geeigneten Produkten für die Altersvorsorge beraten zu lassen. Da sollte doch das eine oder andere Verwertbare dabei sein, dachten sie. Schon nach den ersten Beratungsgesprächen machte sich aber Ernüchterung breit, die bis zum Ende hin anhielt: "Jetzt bin ich genauso schlau wie vorher“ oder "Alle haben irgendwie das Gleiche angeboten“, lautete das wenig erfreuliche Resümee.

Anlageberater mit Sorgfalt ausgewählt

Dabei waren die Berater mit Sorgfalt aus allen Bereichen der Finanzdienstleistungsbranche ausgewählt worden: jeweils eine Filiale der zehn größten heimischen Banken und der zehn größten Versicherer, weiters zehn unabhängige Versicherungsmakler und zehn unabhängige Vermögensberater. Doch da begannen für unsere Tester bereits die Schwierigkeiten: Vor allem bei Banken und Versicherungen war trotz ansprechender Visitenkarten nicht klar, mit wem man es in welcher Funktion zu tun hatte. "Financial Assistant“ oder "Kundenbetreuer“ sagt wenig aus; für die Anleger spielt es aber eine wichtige Rolle, ob ihr Gegenüber bei einer Beratung zur Altersvorsorge unabhängig agiert oder an ein Unternehmen und dessen begrenzte Produktpalette gebunden ist.

Lediglich die Vermögensberater zeigten sich auch hinsichtlich ihrer gewerberechtlichen Stellung deutlich auskunftsfreudiger, vielleicht nicht zuletzt wegen entsprechender gesetzlicher Vorgaben zur Informationspflicht.

Bedarfserhebung – kein Bedarf?

Es war letztlich auch ein Vermögensberater, der einen unserer Testkunden erst dann weiter über eine passende Altersvorsorge beraten wollte, wenn er sich eine genaue Übersicht über dessen finanzielle Verhältnisse verschafft hatte. Und in einer Bank wurde ein Haushaltsbudgetrechner empfohlen und ein entsprechendes Formular mitgegeben, mit dem sich das frei verfügbare Einkommen errechnen lässt – immerhin! In den übrigen Fällen wurde die aktuelle Einkommens- und Haushaltssituation, wenn überhaupt, nur mangelhaft erhoben.

Nicht nach dem Einkommen gefragt

Oft wurde im Rahmen des Beratungsgesprächs nicht einmal nach dem Einkommen gefragt – ein schwerer Fehler, denn wie in aller Welt will man so einschätzen, welche Sparleistung für den Kunden sinnvoll oder überhaupt möglich ist? „So nicht“, muss es auch hinsichtlich der Risikoneigung heißen. Sie kam eigentlich nur dann zur Sprache, wenn unsere Tester das Thema aufs Tapet brachten.

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Wertung: 4 von 5 Sternen
11 Stimmen

Kommentare

  • Namen nennen
    von REDAKTION am 31.07.2012 um 14:41
    In Österreich gibt es Tausende Berater für Altersvorsorge. Würden wir nur die Namen der getesteten Berater nennen, könnte dies den Eindruck erwecken, dass andere, von uns nicht getestete Berater besser sind. Davon ist aber nach unseren Erfahrungen nicht auszugehen. Ihr KONSUMENT-Team
  • Altersvorsorge
    von adamczyk am 29.07.2012 um 14:55
    Ich kann mich der bereits formulierten Kritik am Konsument nur anschließen: Warum werden die getesteten Banken, Versicherungen und Berater nicht genannt ?
  • Pensionsvorsorgeberatung
    von Alfred2010 am 25.07.2012 um 14:04
    Bitte was soll das? Ohne detaillierte Bewertungen der geprüften Unternehmen bringt mir das jetzt ganz wenig Erkenntnisgewinn.... Ein Pauschalurteil, dass vieles schlecht sei, und ohne Namensnennung bringt mir jetzt gar nix. Wenn Fernseher oder Fahrradln getestet werden, gibts doch auch einen Gesamtüberblick. Danke vielmals! ar
  • Altersvorsorge und Lebensversicherung
    von Nachhaltigkeitsunternehmer am 25.07.2012 um 11:06
    Eine Erfassung der Ist-Situation ist zweifelsohne das Um und Auf jeder guten Beratung. Ein guter Berater weist, wenn er schon eine Lebensversicherung empfiehlt auf ungezillmerte Tarife hin. Die Kosten werden hier nicht auf die ersten fünf Jahre verteilt, sondern pro Monatsrate verrechnet. Dies ergibt wesentlich bessere Rückkaufswerte, insbesonders in den ersten Jahren.
  • Anlageberatung
    von sidestep am 24.07.2012 um 10:15
    Eine Verwandte ist öfter für ein Marktforschungsinstitut als Mystery Shopper (Testkäufer, wobei im gegenständlichen Fall nichts gekauft wird) im Bankbereich, u.a. Anlageberatung, tätig und kann Ihre Ausführungen zu 100% bestätigen - nie in "Papier"( und das sind ausnahmslos alle Wertpapiere,Aktien, Fonds Sparbücher, Prämiensparen, Lebensversicherungen etc.) anlegen, im Ernstfall ist alles futsch. Diewenigsten Bankberater kennen sich wirklich aus. Empfehlenswert ist eine bestimmte Menge Bargeld (aber nicht auf der Bank), Edelmetalle und Sachwerte (noch Immobilien, obwohl diesbezüglich wohl auch schon neue Steuern geplant sind). Lieber auch ein neues Auto etc. ums Gesparte kaufen und sich ansosnten etwas gönnen. Der Crash kommt mit Sicherheit.
Bild: VKI