Anleihen: Best Dividend Garant

In welche Index-Art investiere ich eigentlich?

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veröffentlicht: 07.03.2013

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Geldanlage: Mit Aktien gewinnt man nicht nur, wenn der Kurs steigt, sondern auch, wenn die Aktie eine Dividende ausschüttet. Neue Wertpapiere setzen auf diesen Trend.

Beim Investieren in Aktien gilt es als anerkannte Strategie, sich auf die dividendenstärksten Aktien zu konzentrieren. Denn eine hohe Dividende spricht ja für hohe Gewinne und eine positive Zukunftseinschätzung für das Unternehmen. Sehr oft, aber nicht in jedem Fall.

Aktiengewinne ohne Aktien

Mehrere Banken möchten Anleger jetzt an dieser Strategie teilhaben lassen; so die Volksbank mit dem "Europa Dividend Best-In Garant" aber auch die Societe Generale. Sie investieren nicht in den riskanteren Aktienmarkt, sondern in Anleihen oder Zertifikate, die zusätzlich eine Kapitalgarantie zum Laufzeitende aufweisen. Der (hoffentlich) über den Kapitaleinsatz hinausgehende Rückzahlungsbetrag (bei der Volksbank gedeckelt mit maximal 40 Prozent Gewinn, bei der Societe Generale Bank ohne Höchstbetrag) kommt durch eine Anlehnung der Rückzahlung an einen Aktien-Index zustande, der die dividendenstärksten Aktien aus Europa oder der Welt abbildet.

Köder für Anleger

Zusatzmerkmale der Anleihen bzw. Zertifikate wie "Best-In-Funktion" zum möglichst niedrigen Einstiegskurs oder "Höchststandsgarantie" zum Festschreiben bisheriger Gewinne lassen dem Anleger ob dieser Sahnehäubchen das Wasser im Mund zusammenlaufen. Investieren ohne Risiko (aufgrund der Kapitalgarantie) und dann noch von dividendenstarken Aktien profitieren? Bedeutet dann eine Dividendenrendite von zum Beispiel  5 Prozent auch eine Rendite der Anleihe beziehungsweise des Zertifikats in Höhe von 5 Prozent?

Kurs ist nicht gleich Dividende!

Leider nein! Die Lösung dafür versteckt sich in einem kleinen Wort: Die Volksbank bezieht sich mit ihrem Produkt auf den "EURO STOXX Select Dividend 30 Preis Index", die Societe Generale Bank auf den "STOXX® Global Select Dividend 100 Index (Kursindex in Euro)". Und dieses trügerische Wort heißt "Kursindex" bzw. "Preis Index"! Denn bei einem Kurs- oder auch Preisindex wird der Kurs des Index durch die Kurse der zugrunde liegenden Aktien gebildet. Und wie Sie sich jetzt vielleicht erinnern werden Dividenden am Auszahlungstag vom Kurs der Aktien abgezogen!

Bei einem Kurs-Index partizipieren Sie also nicht an einer hohen Dividenden-Rendite, vielmehr führt diese zu einem höheren Index-Rückschritt. Als Anleger würden Sie nur bei einem Performance-Index von einer hohen Dividenden-Rendite profitieren. Denn bei diesem Performance-Index (in Praxis eigentlich nur der Deutsche Aktienindex DAX) werden Dividenden reinvestiert.

Unser Fazit

Über den wohlklingenden Floskeln wie "Best In-Funktion" und "Höchststandsgarantie" sollten Sie eine Frage daher nicht übersehen: In welches Basis-Instrument (hier: welche Index-Art) investiere ich denn eigentlich? Und steigen oder sinken dadurch meine Chancen auf eine bessere Rendite?

Garantie hinterfragen

Und bitte auch immer beachten: Garantien sind immer nur so gut wie der Garantiegeber. Anleihen und Zertifikate sind nicht durch die Anlegerentschädigungseinrichtungen abgedeckt. Zu Deutsch: Geht der Garantiegeber pleite, schauen die Käufer dieser Wertpapiere durch die Finger. Lehman Brothers ist ein warnendes Beispiel. 


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