AWD - Jetzt wird geklagt

VKI sammelt Beschwerden

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Konsument 2/2009 veröffentlicht: 30.01.2009

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Das Echo ist beachtlich: Etwa 3.000 AWD-Kunden, die sich schlecht beraten fühlen, haben sich bei uns gemeldet. Ihnen waren Immofinanz- Aktien verkauft worden, die jetzt nur mehr einen Bruchteil des seinerzeitigen Kaufpreises wert sind.

Oft wurden die Aktien als „mündelsicher“ oder gar als „Immobilienfonds“ angepriesen. Im Auftrag des Bundesministeriums für Soziales und Konsumentenschutz haben wir die Beschwerden gesammelt.

Der Vermögensverlust beläuft sich vermutlich auf 30 Millionen Euro. Am 17. Dezember 2008 haben wir mit dem AWD wegen einer außergerichtlichen Lösung verhandelt. Doch der Finanzdienstleister lehnte Schadenersatzzahlungen ab und wollte nur in Einzelfällen Teilbeträge „aus sozialen Gründen“ rückerstatten.

Systematische Falschberatung?

Die Vielzahl ähnlicher Schilderungen deutet aber darauf hin, dass die Falschberatung bei AWD System hatte. Nicht nur, dass meist nicht auf das Risiko einer Aktienveranlagung hingewiesen wurde, die AWDKunden sollten auch ihre gesamten Ersparnisse in Immofinanz-Aktien anlegen. Als der Kurs zu sinken begann, wurde vehement vom Verkauf abgeraten.

Verbands- und Musterklage eingebracht

Weil der AWD eine Einigung ablehnte, haben wir zum einen Verbandsklage beim Handelsgericht Wien gegen gesetzwidrige Klauseln des AWD eingebracht, zum andern die ersten Musterklagen auf Schadenersatz. Derzeit organisieren wir Sammelklagen, um den Geschädigten zu ihrem Recht zu verhelfen. Alle Konsumenten, die sich an uns gewandt haben, werden persönlich informiert, in welcher Form wir sie jeweils unterstützen können.
Bild: VKI