Banken: Sparbuch, Überweisung, Zinsen

Glosse von Alois Grasböck

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Konsument 12/2010 veröffentlicht: 08.11.2010

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Es gibt nichts Geheimnisvolleres als die Welt der Banken, man denke nur an die sagenumwobenen Banker-Prämien, von denen man oft hört. - "Kunde König", ein satirischer Kommentar von Alois Grasböck.

Bild: VKI

Deshalb leben viele in dem Irrglauben, dort drehe sich alles nur ums Geld. Tatsächlich steht immer der Mensch im Mittelpunkt – was jeder bestätigen kann, der in einem Geldinstitut von Automaten umringt ist. Geld ist für manche das Schönste auf der Welt, ihre liebste Lektüre ist das Sparbuch. Diese Einstellung kann in schweren Fällen, man denke nur an Dagobert Duck, zu charakterlichen Defekten wie Gier und Geiz führen.

Im Niemandsland zwischen Konten

Da kann eine gute Bank helfen! Feinfühlig erinnert sie die Menschen daran, dass ihr Geld nicht so wichtig ist, jedenfalls nicht wichtig genug, dass sie dafür mehr als 0,5 Prozent Zinsen zahlen würde. Außerdem liege der schlanke Zinsfuß international im Trend, und wer sein Geld liebe, der dürfe es nicht zu hart arbeiten lassen. Weshalb man auch Verständnis haben müsse, wenn die eine oder andere Summe bei Überweisungen für drei Tage im Niemandsland zwischen den Konten verschwindet, um sich auszuruhen.

Geld ist oft undankbar

Leider zeigt sich Geld oft undankbar, vor allem nach Besitzerwechseln. Kaum gehört es einer Bank, scheint es zu spüren, dass es dort neben der Hauptsache Mensch nur eine Nebenrolle spielt, und dann wird es in seiner Eifersucht aufsässig. Schon kleinere Beträge, die auf den ersten Blick ganz harmlos ausschauen, lauern im Bankomaten und warten auf einen Kontoüberzieher, in den sie ihre scharfen Zinskrallen schlagen können. Wer da als Kunde ein paar Treffer einsteckt, läuft Gefahr, finanziell auszubluten.

Und was sagen die Bankmenschen? Denen ist das natürlich peinlich, das geht teilweise bis zum Achselzucken. Aber wenn sie sich gar zu sehr grämen, kann vielleicht ein Bonus Linderung bringen.

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