Bankgebühr für Barauszahlung

BAWAG hat Schraube angezogen

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KONSUMENT 12/2012 veröffentlicht: 27.11.2012

Inhalt

Für Bargeldauszahlungen verlangt die BAWAG P.S.K. künftig einen Euro. Was hauptsächlich jene belastet, die ohnehin wenig haben.

Erst kürzlich haben wir ein höchstgerichtliches Urteil erreicht, dem zufolge die Banken ihre Kontoführungsgebühren nicht mehr automatisch erhöhen dürfen. Allerdings hat der Oberste Gerichtshof den Geldinstituten sechs Monate Schonfrist gegeben, um ihre Geschäftsbedingungen rechtskonform zu gestalten.

Entgelt für Bar- und Scheckauszahlungen

Und weiter wird kräftig an der Gebührenschraube gedreht. So erhielten Kunden der BAWAG P.S.K. Ende September ein Schreiben mit der Ankündigung, dass per 1. Jänner 2013 für Bar- oder Scheckauszahlungen am Schalter ein Entgelt von einem Euro eingeführt wird. Bisher waren Geldbehebungen am Schalter kostenlos. Die Bank weist noch darauf hin, dass man sich eine Bankomatkarte zulegen kann, um sich diese Kosten zu ersparen. Aber auch die kostet 22,65 Euro im Jahr.

Geld zahlen für Bankomatkarte die nicht gebraucht wird

Nun verfügen wohl die meisten Personen, die ein Girokonto haben, auch über eine Bankomatkarte. Aber eben nicht alle. Der Leser, der uns über dieses Ärgernis berichtete, merkte dazu an: „Mein Sohn ist behindert und bezieht die Mindestsicherung. Warum soll er 22,65 Euro für eine Bankomatkarte ausgeben, die er nicht braucht?“ Diese neue Gebühr wird also wohl vor allem Menschen treffen, die nur deshalb ein Konto benötigen, um Sozialleistungen zu erhalten. Oder Betagte, die einmal im Monat ihre Pension beheben.

Für Zahlungsdienstleistung kann Gebühr verlangt werden

Rechtlich ist diese Vorgangsweise im Großen und Ganzen zulässig. Für eine Zahlungsdienstleistung darf eine Gebühr verlangt werden. Betroffene können der Änderung widersprechen oder kündigen. Darauf hat die BAWAG P.S.K. allerdings nicht hingewiesen. Widerspricht man, kann die Bank jedoch den Vertrag kündigen.

Viele strittige Klauseln der Banken wurden nun durch den OGH geklärt. Für den Volltext des Urteils siehe www.verbraucherrecht.at.

 

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Kommentare

  • Gebühr beim Einzahlen
    von willy duschka am 18.02.2014 um 16:38
    Ich hatte bislang Kleingeld in ein Sparschwein geworfen und wenn es voll war, in die Rüttelmaschine gegeben und den Betrag via Bon auf mein Sparbuch gutschreiben lassen. Gratis. Jetzt werden dafür Spesen verrechnet! Mein Geld auf mein Konto (das kaum verzinst wird) und dafür noch zahlen? Nein, danke! Angeblich ist dieser Dienst bei der Bank Austria gratis...
  • Kontoführung
    von manfred1768 am 08.02.2013 um 09:11
    auch ich bin bei der easybank. Doch bin ich mir auch sicher, wenn auch dort genug Kunden sind, ist es vorbei mit den kostenlosen Dienstleistungen. War bei den Filialbanken doch auch immer so...zuerst werben mit kostenlosen Dienstleistungen und wenn anschliessend alle Kunden davon abhängig sind wird verrechnet und abkassiert. Wir sollten nicht zu naiv sein...
  • Bankomatkarte gratis
    von Irenchen am 05.12.2012 um 22:00
    Bankomatkarte gratis bei der easybank. Gratiskonto. Kto-Auszüge werden zugesendet.
  • @rygel975
    von Grouper am 28.11.2012 um 18:55
    Vielleicht haben ja nicht alle einen PC, um bei der Easybank Überweisungen, Daueraufträge etc. durchzuführen? Wär doch irgendwie möglich, oder?
  • Easybank?
    von rygel975 am 28.11.2012 um 15:22
    Ich verstehe sowieso nicht, warum man bei der BAWAG für ein Konto noch Gebühren zahlt, wenn die gleiche Bank mit der EASYBANK fast alles gratis anbietet (Bankomatkarte, Kreditkarte, 3 Barabhebungen im Jahr). Selbst das Online-Banking sollte, bis auf andere Farben, identisch sein.
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