Bausparen und Zukunftsvorsorge

Prämien gekürzt

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veröffentlicht: 14.02.2012, aktualisiert: 20.02.2012

Inhalt

Das Sparpaket bringt Prämienkürzungen beim Bausparen und bei der Zukunftsvorsorge. Unser Experte Walter Hager erklärt die Auswirkungen.

Das Sparpaket soll auch Bausparer und Käufer einer Prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge treffen. Wie Betroffene reagieren sollen.

Walter Hager (Bild: VKI) 
Walter Hager

Bausparprämie halbiert

Im Bereich Bausparen soll die jährliche staatliche Prämie für einen voll besparten Bausparvertrag (Einzahlungen in Höhe von 1200 Euro jährlich) von derzeit 36 Euro auf 18 Euro pro Jahr gesenkt werden. Die staatliche Förderung hängt vom allgemeinen Zinsniveau ab und liegt derzeit auf dem niedrigst möglichen Niveau. Bei Neuverträgen verringert sich die Ablaufleistung durch die Prämienreduktion um etwa 110 Euro, die Nettorendite um etwa 0,5% (Annahme: voll besparte Verträge, Zugrundelegung des aktuellen Zinsniveaus).

Verträge nicht kündigen!

Bei bestehenden Verträgen sind die Auswirkungen naturgemäß geringer: Je kürzer die Restlaufzeit desto geringer auch die Auswirkungen. Von einer Kündigung eines bestehenden „Bausparers“ ist dringend abzuraten! Die Verluste (Rückzahlung der staatlichen Prämie, Auflösegebühr) sind auf jeden Fall höher als die Kürzung der staatlichen Prämie. 

Zukunftsvorsorge: Kürzung für vier Jahre

Bei der prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge ist ebenfalls eine Kürzung vorgesehen. Aktuell sinkt die staatliche Förderung von 8,5% auf 4,25%. Das sich die staatliche Förderung am allgemeinen Zinsniveau orientiert, wird die Bandbreite bei 4,25% bis 6,75% liegen (vorher 8,5 bis 13,5%). Dieses Vorsorgemodell haben wir aber auch schon bisher für nachteilig gehalten. Das Konzept ist schwach, die Produkte bringen, vor allem aufgrund der hohen Kostenbelastung, wenig Ertrag. Auch ist man mit den Produkten wenig flexibel.

Produkte enthalten Aktien

Diese Produkte enthalten Aktien, die in ihrem Wert stark schwanken können, aber gleichzeitig eine Kapitalgarantie – zwei im Grunde unvereinbare Bestandteile. Wegen der hohen Kosten fließt nur ein Teil des eingezahlten Geldes tatsächlich in die Vorsorge. Darüber wird aber nur wenig bis gar nicht informiert. Bisher war die staatliche Förderung etwa so hoch, dass damit die versicherungstechnischen Produktkosten abgegolten werden konnten. Der Staat finanzierte sozusagen die von den Anbietern verrechneten Kosten und Gebühren. Kein Wunder, dass die Anbieter über die geplanten Änderungen jammern.

Konsumentenfreundliche Lösungen gefragt

Die Anbieter sind hier gefordert: Sie sollten vorzeitige Kündigungen der Verträge erlauben, auch wenn dies mit Verlusten verbunden ist. Derzeit prüfen wir die rechtlichen Möglichkeiten dafür. Viele Produkte haben einen derart schlechten Ertrag erwirtschaftet, dass die Vorsorgesparer nicht mehr als ihr einbezahlte Kapital bekommen werden.

Die private, staatlich geförderte Vorsorge sollte generell auf völlig neue Beine gestellt werden: Eine Möglichkeit wären Pensionsschätze nach dem Vorbild der schon bestehenden Bundesschätze www.bundesschatz.at Die sind flexibel und kostentransparent gestaltet, und die Erträge sind nicht von den Launen des Aktienmarktes abhängig.

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