Die Zitrone

Konsument 4/1999

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Konsument 4/1999 veröffentlicht: 01.04.1999

Inhalt



Werbeflut:
Verantwortung delegiert

Ärger mit wild deponiertem Reklamematerial im Stiegenhaus.

Und niemand kann was dafür…

Frau Maurer1) wohnt in einem Wohnhaus, das ein wahres Schmuckkasterl sein könnte. Doch wenn sie abends heimkommt, schaut es meist gar nicht nett aus: „Ich habe auf meiner Tür das Pickerl, daß ich keine Werbung wünsche. Es wird mir auch kein Säckchen auf die Türschnalle gehängt. Dafür liegen die Säckchen auf den Postkästen. Meistens sogar noch mehr, als Parteien sind. Ich möchte Papier sparen helfen – aber das ist der blanke Hohn!

Wir leiteten diese Beschwerde an den Fachverband Werbung weiter. Dessen Antwort: „Die Ablage von Werbematerial auf den Postkästen ist den Werbemittelverteilern streng untersagt und macht auch keinen Sinn. Allerdings werden manche Werbemittel in Eigenregie verteilt. Hier hat der Fachverband keinen Einfluß.“ Kein Wort davon, daß man sich bemühen werde, diese Mißstände abzustellen. Frau Maurer fühlte sich „papierlt“ – umso mehr, als bald wieder Sackerln im Vorhaus lagen.
Nun baten wir zwei namhafte Verteilerfirmen um Stellungnahme. GfW schrieb uns: Die Verteiler würden entsprechend eingeschult und bei Beschwerden sofort verwarnt. Im Wiederholungsfall erhielten sie keine Aufträge mehr, doch „es handelt sich um Menschen, die damit ihren Lebensunterhalt verdienen. Wo Menschen arbeiten, passieren auch Fehler.“ Feibra zog es vor, erst gar nicht zu antworten. Fazit: Wenn hier überhaupt jemand schuld hat, dann die kleinen Verteiler. Die großen Verteilerfirmen haben damit bestimmt nichts zu tun!

1) Name von der Redaktion geändert.

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