Erben

Nicht nur der letzte Wille

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Konsument 3/2010 veröffentlicht: 17.02.2010

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Wer sich über seinen letzten Lebensabschnitt Gedanken macht, denkt meistens zuerst daran, ein Testament zu verfassen. Doch man sollte auch für die Zeit vor dem Ableben gewisse Regelungen treffen.

Es ist gut zu wissen, dass die eigenen Wünsche auch in einer Zeit berücksichtigt werden, in der man vielleicht nicht mehr für sich selber sorgen und entscheiden kann. Vielfach fließt die Frage: „Wer sorgt für mich?“ auch indirekt in die Gestaltung des Testaments ein. Nicht zuletzt: Je präziser man seine Wünsche festlegt, desto besser hilft man seinen Angehörigen, mit den schwierigen Situationen rund um Krankheit, Tod und Erbschaft umzugehen.

Offen miteinander reden

Egal ob es um Ihr Testament geht oder darum, wer einmal für Sie sorgen soll: Reden Sie beizeiten mit Ihren Nächsten und stellen Sie sie nicht vor vollendete Tatsachen – auch wenn ein Gespräch, bei dem es um das eigene Ableben geht, für alle Beteiligten belastend ist.

Im Vorfeld klären

Versuchen Sie am besten, sich bereits im Vorfeld darüber klar zu werden, warum Sie etwas auf diese oder jene Art geregelt haben möchten. Steht Ihr Wunsch fest, so sollten Sie ihn dann auch bei den Gesprächen mit den Nachkommen vertreten. Hier kann durchaus noch einmal die elterliche Autorität gefragt sein: Egal wie alt, erfolgreich und erwachsen die Kinder schon sein mögen – im familiären Gefüge bleiben die Kinder die Kinder und die Eltern die Eltern. Die Entscheidung darüber, was geschieht, liegt in der Verantwortung der älteren Generation. Und diese Verantwortung wahrzunehmen ist gleichermaßen das Recht wie auch die Pflicht der Älteren – selbst wenn die Grenze zwischen dem Vertreten der eigenen Position und „drüberfahren“ nicht leicht zu ziehen ist.

"Was will ich?"

Die Kernfragen lauten: „Was will ich?“ und „Wie erreiche ich das?“ Ihr Wunsch kann sein, dass das Familienunternehmen erhalten bleibt; oder dass Sie im Alter von einem – vielleicht von einem bestimmten – Ihrer Kinder gepflegt werden.

Meinung der Betroffenen

Vertreten Sie diesen Wunsch. Doch wie und von wem das Unternehmen künftig geführt werden soll, ob Ihr Kind die Verantwortung der Pflege übernehmen kann, ob alleine oder mit Hilfskräften, hängt nicht ausschließlich von Ihren eigenen Vorstellungen ab. Hier sollten Sie, bevor Sie endgültig entscheiden, die Meinung derjenigen anhören, die davon betroffen sind. Das ist eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür, dass die Angehörigen, wenn es soweit ist, miteinander erfolgin Frieden leben können. Gab es Entscheidungen, die Einzelne als ungerecht empfinden, so werden sie die Schuld dafür weniger untereinander suchen und zuweisen, wenn sie wissen: Der Papa, die Tante, die Oma hat es genau so gewollt.

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Kommentare

  • Vetretungsbefugmnis
    von Lilach am 04.02.2013 um 18:21
    Leider mussten wir heute erahren, dass die Bank Austria grosse Schwierigkeiten bei der Vertretungsbefugnis mach. Für Geldbehebungen für die pflegebedürftige Person, möchte die Bank Austria jeweils die Vetretungsbefugnis und diverse Unterlagen sehen. Grössere Anschaffungen für die Pflegebedürftige dürfen lt.o.a. Bank nicht von dem Sparbuch der Pflegebedürftigen bezahlt werden.
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