Ethische Geldanlage

Moralischer Gewinn

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Konsument 8/2001 veröffentlicht: 01.08.2001

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Immer mehr Konsumenten legen ihr Geld in Aktien oder Investmentfonds an. Wer dies nach ethischen Gesichtspunkten tut, geht zwar – wie es bei diesen Geldanlageformen eben ist – ein Risiko ein, hat aber ein gutes Gewissen.

Nicht mehr die Produktion von Gütern und die Erbringung von Dienstleistungen dominieren die Weltwirtschaft, sondern die Finanzmärkte. War es ihre ursprüngliche Aufgabe, dem Handel zu dienen und Investitionen zu finanzieren, so werden die globalen Geldströme mehr und mehr zur Spekulation verwendet. Mehr als 90 Prozent aller Transaktionen haben keinen realwirtschaftlichen Hintergrund mehr.

Der „Shareholder-Value“

Im Jahr 1998 übertraf das Volumen des weltweiten Aktienhandels bereits deren Bestand, das heißt, dass im Durchschnitt jede Aktie pro Jahr mindestens einmal ihren Besitzer gewechselt hat. Das „Shareholder-Value“-Prinzip hat sich auch in Europa seinen fixen Einfluss erkämpft. Dieser Umstand erzeugt großen Druck auf die Unternehmen, den Investoren hohe Rendite und hohe Aktienkurse abzuliefern. Gewinn zu machen alleine reicht nicht mehr. Unter „Shareholder-Value“ versteht man übrigens den „Wert“ eines Unternehmens für Aktionäre.

Unethisch erhöhte Renditen

Auch Konsumenten, die ihr Geld in Aktien oder Investmentfonds angelegt haben, erwarten sich hohe Renditen. Doch diese wird oft durch Freisetzung von Arbeitnehmern und andere Rationalisierungsmaßnahmen, aber auch durch umweltschädigendes Verhalten zu erzielen versucht. Es kommt mehr und mehr vor, dass Arbeitnehmer ihr Geld in Aktien der eigenen Firma anlegen und dann zwecks Renditesteigerung gekündigt werden. Ist also Geldanlage grundsätzlich unethisch?

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Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo