Euro-Leserlobby

Euro als Preistreiber

Seite 1 von 7

Nächsten Inhalt anzeigen
Konsument 1/2002 veröffentlicht: 20.06.2002

Inhalt

Vier von fünf Konsumenten sind der Meinung, dass der Euro die Preise in die Höhe getrieben hat. Das ist eines der markantesten Ergebnisse der jüngsten Leserlobby.

Zahlreiche Politiker, Unternehmer und Experten haben in den letzten Monaten zum Euro ihre Meinung geäußert. Doch die, um die’s geht, sind bisher kaum zu Wort gekommen: die Konsumenten. Im Laufe des Novembers hatten „Konsument“-Leser und Besucher unserer Internet-Seiten die Möglichkeit, auf strittige Fragen rund um die „Euro-Umstellung“ zu antworten. 4400 Personen haben den Fragebogen retourniert. Auffällig ist die hohe Beteiligung älterer Menschen – 33 Prozent der Teilnehmer sind Pensionisten. Offensichtlich geht gerade dieser Bevölkerungsgruppe das Problem, das von vielen nur belächelt wird, unter die Haut.

Ein wenig Statistik

76 Prozent der Teilnehmer begrüßen die doppelte Preisauszeichnung als sinnvolle Maßnahme, nur 10 Prozent sehen dies nicht so. Für die Mehrheit bietet sie eine gute Hilfestellung zur Umrechnung und zur Kontrolle eventueller Preiserhöhungen. Nur 15 Prozent fürchten, dass die doppelte Preisauszeichnung zu Verwirrungen Anlass geben könnte.
Ausgesprochen positiv wird auch die relativ kurze Umstellungszeit, in der Schilling und Euro nebeneinander existieren, bewertet. Nur 13 Prozent halten die zwei Monate bis Ende Februar für zu kurz. Interessanterweise teilen auch ältere Menschen diese Meinung, von denen man erwartet hätte, dass sie größere Probleme mit der Währungsumstellung haben. Allerdings hätte es die überwiegende Mehrheit aller Befragten lieber gesehen, Euro-Banknoten schon einige Tage vor dem Jahreswechsel zu beziehen, nur 22 Prozent halten dies nicht für nötig.

Scheinbare Preiserhöhungen

Soweit die gute Nachricht für die verantwortlichen Stellen. In den anderen Fragen überwiegt nämlich die Kritik beziehungsweise eine negative Erwartungshaltung. Am deutlichsten wird dies in der Frage nach den Preiserhöhungen der letzten Monate und deren Ursache. Namhafte Politiker und Experten haben sich ja immer wieder geradezu beschwörend an die Öffentlichkeit gewandt und eurobedingte Verteuerungen als undenkbar bezeichnet. Erst Ende November hat die Euro-Preiskommission in ihrem ersten Bericht festgestellt, dass es „keinerlei Hinweise“ dafür gebe. Nebenbei wurde allerdings auch erwähnt, dass allein aus dem Zeitraum bis Ende Oktober 420 Konsumentenbeschwerden vorliegen, die erst einer näheren Prüfung unterzogen werden müssten.

Bewertung

Wertung: 0 von 5 Sternen
Weiterlesen
Bild: VKI