Euroleasing von Renault, Porenreinigung mit Strips

Scheinwerfer

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Konsument 3/1999 veröffentlicht: 01.03.1999

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Das 0% Euroleasing von Renault

Weder Null noch Euro


„Null-Prozent-Leasing“:
Mit 14% fast doppelt so teuer wie ein Kredit.

Mit einem „sensationellen Angebot“ wartet Renault auf, dem „0% Euroleasing“: Unter dem Motto „Der Euro ist da. Und die Zinsen sind weg.“ Wir haben ein Offert eingeholt und siehe da: Von Euro keine Rede. Und wenn der Euro wirklich da ist (als Bargeld im Jahr 2002), müßte das Auto längst ausbezahlt sein. Denn die Vertragsdauer ist auf zwei Jahre begrenzt. Und die Zinsen sind alles andere als weg, der effektive Jahreszinssatz beträgt – nach unserer Rechenmethode – 13,97 Prozent. Der Trick dahinter: Renault hat als Basis für die Leasingfinanzierung den Listenpreis herangezogen, im konkreten Fall 258.017 Schilling. Üblicherweise werden Kredit- und Leasingfinanzierungen jedoch auf Basis des ausgehandelten Kaufpreises kalkuliert – der betrug bei 10 Prozent Rabatt exakt 232.215 Schilling. Die Vorenthaltung des Rabatts macht aus dem vermeintlichen 0%-Leasing ein 14%-Leasing. Selbst alternative Leasingangebote von Renault wären niedriger verzinst als das sogenannte 0%-Leasing. Der Renault-Verkäufer offerierte uns nämlich auch ein „Schmalzins-Leasing“ mit 9,8 Prozent Effektivverzinsung. In diesem Fall müßte der Leasingnehmer allerdings einen außerordentlich hohen Restwert bezahlen: 67 Prozent nach drei Jahren Laufzeit, gegenüber 37 Prozent nach zwei Jahren. Eine drittes Renault-Angebot: ein „Drei-Drittel-Leasing“ mit 7,7 Prozent Effektivzinssatz und 47 Prozent Restwert nach drei Jahren. Der Test zeigt die Problematik von Leasingverträgen: Der Kunde kann praktisch nicht feststellen, welches Offert für ihn am günstigsten ist. Da wird mit Anzahlung, Kaution, Leasingraten und Restwert herumjongliert, sodaß man die Angebote kaum vergleichen kann. Die Effektivzinsbelastung wird natürlich verschwiegen. Wenn dann auch noch der Listenpreis statt des Kaufpreises als Basis genommen wird, hat der Konsument eigentlich keine Chance mehr, die echten Kosten zu durchschauen. Transparenter geht es jedenfalls bei einer Kreditfinanzierung zu. Auch wenn die angegebenen Zinssätze die Gebühren (vor allem die Bearbeitungsgebühr) nicht enthalten. Die Banken müssen aber in einem Vertragsentwurf auch den effektiven Zinssatz nennen. Derzeit wird man mühelos einen Kredit mit einer Gesamtbelastung unter 8 Prozent bekommen.


Porenreinigen mit Strips

Pflaster gegen Mitesser


Nasenstrips (wie die von Nivea) sollen Talgteilchen entfernen.

Neuer Trend in der Kosmetik: Pflasterähnliche Streifen sollen die Poren reinigen. Mehrere Produkte – vor allem für die Nase, teilweise auch für Kinn oder Stirn – sind bereits auf dem Markt. Die Funktionsweise ist immer ähnlich: Die Strips werden mit Hilfe von Wasser aufgeklebt, danach wartet man etwa 10 bis 15 Minuten ab, bis sie trocken sind, anschließend können sie abgezogen werden; dadurch werden Talgteilchen von der Haut gelöst. Vor allem die lästigen Pfropfen mit den schwarzen Köpfen – Mitesser – könnte man auf diese Weise einfach loswerden. In einem Praxistest, den die deutsche Stiftung Warentest durchgeführt hat, waren die Porenreinigungsstrips tatsächlich in der Lage, beträchtliche Mengen an Talgpartikeln aus der Haut zu entfernen – bis zu 200 pro Nasenstrip. Allerdings blieben größere, tiefergehende Talgteilchen eher zurück. Das relativ preisgünstige Nivea-Produkt (kao bioré Clear-up Strip) schnitt dabei etwas besser ab als die doppelt so teuren Strips von Elisabeth Arden Pore-Fix C. Die Nasenstrips von Nivea gibt es schon ab einem Stückpreis von 10 Schilling. Man sollte sich auch keine Wunder erwarten. Trotz der zahlreichen entfernten Talgteilchen konnten die Versuchsleiterinnen keine Verbesserung des Hautbildes erkennen. Teilweise klagten Probandinnen über Kribbeln, Spannen oder Hautrötungen. Personen mit sehr trockener oder empfindlicher Haut sollten die Strips nicht benutzen.

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