Fondsgebundene Lebensversicherungen - Bilanz

Ins Minus gerutscht

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Konsument 8/2006 veröffentlicht: 13.07.2006, aktualisiert: 26.07.2006

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Unsere Aktion "Polizzen-Check" zeigt: Fondsgebundene Lebensversicherungen machen derzeit Verluste. Schuld daran sind nicht nur die flauen Aktienkurse.

Boomendes Geschäft

Seit mehr als zehn Jahren gibt es sie auch in Österreich: Fondsgebundene Lebensversicherungen, auch Fondspolizzen genannt. Anders als bei klassischen Lebensversicherungen wird dabei die Ansparleistung in Investmentfonds angelegt. Zehn Prozent aller heimischen Lebensversicherungen sind fondsgebundene. In den vergangenen Jahren hat sich ihr Prämienaufkommen nahezu verdreifacht. Viele Versicherungskunden wollen am Börsenboom mitnaschen – und wurden bisher meist bitter enttäuscht.

Viel Negatives

Rund 250 Verträge haben wir im Rahmen unserer Aktion Polizzencheck analysiert. Und haben teilweise enorme Verluste gefunden. Das hat zwei Ursachen: Zum einen das Tief, das die Aktienbörsen durchschritten haben. Die beeindruckenden Zahlen, mit denen die Anbieter derzeit werben, sind daher relativ zu sehen: Auf niedrigem Niveau ergeben selbst bescheidene absolute Wertsteigerungen schöne Prozentsätze.

Nur 75 Prozent

Der andere Grund sind die hohen Kosten. Nur rund 75 Prozent der einbezahlten Prämie fließen in die Veranlagung. Den beträchtlichen Rest machen Versicherungssteuer, Prämie für den Ablebensschutz, Vertragserrichtungs- und Verwaltungskosten, Ausgabeaufschlag der Fonds sowie fondsinterne Spesen wie etwa Managementgebühren aus. Vor allem werden die Abschlusskosten (hautsächlich die Vermittlerprovision) wie bei allen Lebensversicherungen am Anfang schlagend. Die eingezahlte Prämie wird also nur zu einem geringen Teil veranlagt.

Guter Tipp

Bei ab 2007 abgeschlossenen Verträgen sollen die Abschlusskosten auf fünf Jahre verteilt werden. Dazu ein Tipp: Verlangen Sie zwecks Kostentransparenz beim Beratungsgespräch eine Hochrechnung mit Null-Prozent-Performance (also unter der Annahme, dass die Fonds überhaupt keinen Ertrag bringen). Die Differenz zwischen gesamten Einzahlungen und Auszahlung zeigt die Kostenbelastung der Versicherung. Manche Anbieter geben diese Information schon automatisch.

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Bild: VKI