Fremdwährungs-Kredite: Fallbeispiele

Wie warme Semmeln

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KONSUMENT 3/2013 veröffentlicht: 21.02.2013

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Fremdwährungskredite: Franken-Kredite wurden auch an Konsumenten vergeben, die diese weder wollten noch brauchten. Auch Banken haften für daraus entstandene Schäden.

Lesen Sie auch: Fremdwährungskredite: Schadensbegrenzung 3/2013 und Aufgespiesst: Fremdwährungskredite 3/2013

Hohe Verluste durch Fremdwährungskredite

In unserer Rechtsabteilung häufen sich die Beschwerden: Viele Konsumenten haben durch Fremdwährungskredite Verluste in Höhe sechsstelliger Euro-Beträge erlitten. Der Kurs des Schweizer Frankens ist stark gestiegen. Zudem brachten die Tilgungs­träger, in die eingezahlt wurde, nicht den ­erhofften Ertrag. Mehrere Konsumenten hatten eigentlich nur fürs Alter vorsorgen wollen. Öfter wurden auch viel zu hohe ­Immobilienkredite in Franken vermittelt. Und nicht nur Finanzstrukturvertriebe waren hier aktiv, sondern ebenso namhafte österreichische Banken.

Schulden statt Geldanlage

Ein Jungarzt wollte seine Ersparnisse für die Pension anlegen. Über einen Bekannten ­geriet er an eine Vermögensberatungsfirma. Die verkaufte ihm einen Vorsorgeplan. Dessen wesentlicher Bestandteil war ein Franken-Kredit von 266.250 Euro. Dem Vater des Nachwuchsmediziners wurde dieser Vor­sorgeplan ebenfalls aufgeschwatzt. Auch hier machen die Schulden nun einen sechsstelligen Euro-Betrag aus.

Vorsorgen? Schuldenberg von 300.000 Euro!

Vorsorgen wollt auch eine Volksschuldirektorin, die 10.000 Euro angespart hatte. Ihr Bekannter, seit Kurzem als Vermögensberater tätig, vermittelte ihr einen Fremdwährungskredit. Ein junger Mann fürchtete um die ­Sicherheit seiner staatlichen Pension. Wie ­gerufen erschien da eines Tages ein Finanz­berater: Ein Vorsorgeplan würde das Problem lösen. Dieser Konsument sitzt jetzt auf einem Schuldenberg von 300.000 Euro.

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Kommentare

  • Fremdwaehrungskredite
    von JuanJorge am 10.04.2014 um 10:37
    Hier wäre seitens VKI eine Verbandsklage angebracht zumal es mit ziemlicher Sicherheit seitens des Staates und der FMA zu gesetzlichen Missbrauch gekommen ist durch die Zulassung solcher Modelle. Außerdem geht es um nicht unerhebliche volkswirtschaftliche Schäden durch mögliches Abschlittern der Schuldner (laut Medien immerhin mehr als 250,000 in Österreich), mögliche Haftungen des Staates für Banken (wie auch schon 150 andere Unternehmen aus 2009), und vieles mehr. Mann muss sich nur die deutschen Urteile ansehen und sie auf Österreich umlegen, ob es nun um eine Renten- oder Lebensversicherung als Tilgungsträger handelt, die Praktiken von Clerical Medical (CMI) und Co sind überall die gleichen. Auch ist das Konsumentenschutzministerium gefragt, das eine nur für Österreich zuständige Schlichtungsstelle einberufen hat, aber seit z.B. CMI ihr Buero in Wien geschlossen hat, fühlt sich diese Schlichtungsstelle nicht mehr zuständig, und das in der EU! Man hat so das Gefühl: Das einzige Recht das man hat, ist das man kein Recht hat.
Bild: VKI